Norwegen '12 Sicani

Sofa Bericht – Sicani 2012

Die Fahrt nach Norwegen dauerte lange. Als erstes fuhren wir mit dem Zug nach Hannover, um dann dort ziemlich lange auf den Bus zuwarten. Als der Bus dann endlich kam dämmerte es schon. Ich saß neben Anneke am Fenster und da Nora noch ein wenig erkältet war, saß sie alleine vor uns. Wir wurden sehr schnell müde. Also versuchten wir zu schlafen. Eigentlich klappte es ganz gut, nur als die anderen leiser wurden und auch versuchten zu schlafen, hörten wir das Radio. Es lief die ganze Nacht durch und erst am Morgen stellten sie es aus. Aber da waren wir alle zu wach um zu schlafen. Nachts machten wir halt auf einer Fähre die uns nach Dänemark bringen sollte. Dann fuhren wir über eine Brücke nach Malmö und dann weiter nach Norwegen. In Oslo angekommen liefen wir erst mal zum Busbahnhof und dort fuhren dann die anderen weiter. Wir mussten noch ein paar Stunden warten und aßen Honigmelone.

Wir kamen nachts um 4 an unserem Ziel an. Dort mussten wir erst mal einen Schlafplatz suchen. Als wir dann einen gefunden hatten regnete es in Strömen. Dann schliefen wir bis zum Mittag und fingen dann an zu wandern. Am Anfang ging es ziemlich stark bergauf, aber dann ging es einigermaßen. Wir liefen an einem Haus vorbei, in dem Nora einbrach. Dort sahen wir auch die ersten Schafe. Dann gingen wir zu einem riesigem See und mittagten dort. Wir liefen die ganze Zeit auf einer Asphalt-Straße. Dann bauten wir am Ufer des Sees die Kohte auf und durften eine bequeme Nacht auf Moos verbringen. Am nächsten Tag wanderten wir ins Naturschutzgebiet. Die Landschaft wurde immer schöner und wir sahen viele Schafe und Wasserfälle. Beim Mittagessen kamen uns die Schafe so nah, dass sie uns fast das Thunfischbrot aus der Hand gefressen hätten. An den darauf folgenden Tagen wanderten wir über Gletscher. Am Anfang war es sehr schön nur irgendwann wurde es immer anstrengender weil die Füße ständig wegrutschten.

Nachdem wir unseren längsten Etappen-Tag überstanden hatten gönnten wir uns für recht viel Geld eine Dusche in einer Hütte. Als Anneke, Nora und ich eine Duschkabine nicht aufkriegten, dachten wir uns allerlei dumme Sachen aus was passiert war. Vielleicht war darin ja eine Leiche? Irgendwann kam uns die Idee, dass wir vielleicht noch mal probieren sollten, die Tür aufzumachen. Beim zweiten Versuch klappte es natürlich. Und - welch ein Wunder - es war keine Leiche in der Dusche...

An Bergfest kamen wir zu einem See. Wir bauten unsere Kohte neben einer Fjell Station mit sehr unfreundlichen Bewohnern auf. Wir kochten Nudeln, doch kurz bevor das Wasser kochte fiel der Topf um. Direkt auf Annekes Bein. Das war nicht so angenehm. Wir versuchten es so gut wie möglich zu kühlen. Nina fragte in der Fjell Station nach, ob sie irgendwas gegen Verbrennungen hätten, aber die Leute meinten, dass das dann kosten würde oder so und das war dann ziemlich doof. Aber am nächsten Tag machten wir einen Lagertag… Annekes Bein erholte sich wieder, oder tat zu mindestens nicht mehr so doll weh und deswegen konnten weiter wandern. Zwei Tage später sahen wir zum ersten Mal nach 10 Tagen wieder Bäume, und auch Autos…

Wir kamen in Geilo an und am nächsten Tag trafen wir beim Einkaufen die andern (Brittas „Sippe“). Wir verabredeten mit ihnen beim Campingplatz, wo Timmäs Sippe schon wartete. Weil wir wussten, dass die Britta-Leute später kamen, hielten wir alle paar Meter an um ihnen Kreide-Weg-Zeichen zu malen. Später stellte sich dann heraus, dass sie aus einer ganz anderen Richtung kamen… Auf dem Campingplatz hatten wir zum ersten Mal wieder was Richtiges zu essen. Nach dem Tütenfraß gab es endlich richtige Nudeln mit Soße und Pizza!

Ein Tag später fuhren wir zurück nach Oslo. Dort machten wir erst mal Straßensingen und dann bummelten wir durch die Stadt. Gerade als wir wieder zum Bahnhof gehen wollten, fing es an zu schütten. Wir kamen dann durchnässt beim Bahnhof an. Dann gammelten wir eine Zeit lang rum und dann gingen Nora, Anneke und ich kochen. Das war sehr lustig, denn wir wurden von ziemlich vielen Leuten angesprochen und manche boten uns sogar an eine Nacht bei ihnen zu schlafen. Hätten wir das mal getan… Nachdem wir unser Essen verputzt hatten, war es schon 12 Uhr und Minime hatte Geburtstag. Kurze Zeit später ( ‘ne stunde oder so) kam so ein Bahnhofssicherheits-Mensch und meinte das man nicht im Bahnhof Schlafen dürfe. Also liefen wir zum Busbahnhof, wo wir eine ziemlich unbequeme Nacht verbrachten.

Einmal die Stunde oder so, kam ein Security-Mensch und meinte man dürfe nicht liegen und man müsse die ganze Zeit sitzen oder stehen. So konnte man natürlich sehr gut schlafen. Das einzige was uns bei Laune hielt war ein Fernseher in dem Olympiade lief. Aber als zum zweiten oder dritten Mal dasselbe Fußballspiel kam war das auch nicht mehr so interessant. Am Morgen kam dann der Bus. Wir fuhren wieder zurück nach Göttingen. Was mir dabei in Erinnerung geblieben ist, ist, dass wir die ganze Fahrt lang die Schuhe nicht ausziehen durften, weil sich ein Fahrgast über den Gestank beschwert hatte…

Gut Pfad, Kira 