Sommerfahrt der Gruppe Cherokee nach Schweden

Zwischenstopp in Malmö_David
Rock'n'Roll Baby
...eklig nasse Pause...
Auf den Planken unterwegs
Lennart vor Abendkulisse
Endlich ein warmes Fleckchen
Würschen vor Gåsensturgona
Das Gras war auch nicht trockener
wieder mal verschnaufen...
Ein DSA Abend in der Kothe
kurze Pause
Zwischenstopp in Malmö_Moritz
Angekommen in Enafors
Ab zum Wasserfall
Erste Mückenplagen
Lennart, David, Tim, Moe (v.l.)
Suchbild: Wo ist David?
Schnee...
Oben aufm Berg
Ein toller Lagerplatz

Intro

....wieso möchte niemand eine Banane? Lecker, süß, gesund und energiereich. Zwei Stück reichen allerdings nicht für 12 Personen...obwohl, 1/6 Banane hält schon Energie bereit.

Tja aber niemand möchte, d.h. meine Bananen würden für 12 Mahlzeiten reichen.. Verdammt. Sechs hab' ich schon weggefuttert. Nach 2 ½ Stunden die erste Banane. Nach einem so langen Weg (Göttingen-Kreiensen-Seesen-Braunschweig) kann man schon mal die erste verdrücken. Jetzt geht die Fahrt nach einer ¾ Stunde weiter.

Im Vergleich zu unserer Gesamtfahrtzeit nix, aber auf diese Dinge sollte man nicht achten, denn der Weg ist das Ziel. Bananen auch.

Wird’s dort welche geben? Im ICA bestimmt. Nu doof, dass wir bereits soviel Essen mitgenommen haben, dass wir zunächst nicht in einen Supermarkt müssen, was man auch am Gewicht der Rucksäcke merkt.

 

Mit der Mädchensippe hochzufahren war eine gute Idee, denn unser Abteil ist...lauter? nee

Voller Leben!

 

Gegenüber von Lennart und mir sitzen unsere beiden unvergänglichen Sipplinge Timi und Dave, beide ihre Fischerhüte griffbereit in der Hand. Falls sich eine Mücke in das Zugabteil verirrt können sie sie sofort aufziehen und das Mückennetz überstülpen.

 

Tütensuppe am Bahnhof

In Magdeburg angekommen haben wir erst einmal eine halbe Stunde Aufenthalt. Timi nutzte die Zeit um sich, während die Mädchen kreischend über den Bahnhof fegten, einen Kakao am Automaten zu holen. Während dieser Gelegenheit spendierte er gleich noch eine Tütenautomatensuppe.

 

Tufft jobb

Nach einiger Zeit kam dann auch endlich der Zug der uns zum neuen Berliner Bahnhof brachte. Auf dem Weg dorthin lernten wir lustige Berliner kennen, die uns die Fahrt über ein wenig ablenkten. In Berlin abgekommen ging es erst einmal drei Stockwerke nach unten, wo unser Nachtzug bereits auf Gleis 6 auf uns wartete.

Dort eingestiegen begann nun das einpuzzeln der Rucksäcke in die wie immer viel zu kleinen Abteile.

Die Cherokee lagen zusammen mit Celle & Caro in einem Abteil, was für viel Spaß und Action sorgte. Naja, Lennart schüttelt gerade seinen Überzug im gesamten Abteil aus. Staub wirbelt auf, dumpfes Rattern der Gleise.

 

Stockholm?

Als wir irgendwann gegen halb acht erwacht hörten wir nun nicht mehr das Rattern der Gleise, dennoch war ein schwanken zu bemerken. Wir mussten wohl noch auf der Fähre sein. – Noch einmal hinlegen.

Irgendwann wurden dann auch wir aus dem Bauche des Schiffes geholt und wurden auf den Gleisen umrangiert. Gerader kam nun ein wenig Leben in unser Abteil, als die Lautsprecherstimme ertönte. Es gäbe da wohl ein Stromsproblem in ganz Südschweden und der Zeitpunkt des Ausgangs sein noch ungewiss. Da blieb uns leider nichts anderes mehr übrig als sich wieder hinzulegen und noch ein wenig Karten zu spielen.

Letztlich sprang der Strom wieder an und unsere Fahrt Richtung Malmö setzte sich mit ca. einer Stunde Verspätung fort. Das war natürlich ein Problem, da wir in Malmö nur eine Stunde Aufenthalt hatten.

Unser Zug war schon weg.

Nun standen wir vor einem Problem, da unsere gesamte Zugverbindung nicht mehr hinhaute.

Dann trafen wir aber den Gleisgott, einen älteren TUI-Mitarbeiter mit Halbglatze, dicken Brillengläsern und legerer Kleidung der uns unheimlich weiterhalf. Zunächst fütterte er uns und andere Wissenshungrige Reisende mit Informationen, wie wir am besten zu unserer nächsten Zwischenstation - Stockholm – kamen

Nach schier endlosem hin und her hatten wir die Hoffnung schon fast aufgegeben heute noch nach Stockholm zu kommen. Dank dem GG schöpften wir aber neue. Denn der GG schien endlose Motivation zu haben, den Leuten zu helfen und nahm uns, letztenendes, unter seine Fittiche. Er schien einen Sonderstatus zu genießen, denn er organisierte uns eine Angestellte mit Schalter und Computer und übersetzte unsere Wünsche auf Schwedisch. Die Wartehalle war proppevoll.

Nach einiger Zeit hatten wir dann sogar eine direkte Verbindung nach Östersund. Wieder ein Nachtzug, der um 17:17 ging. Dankbar nahmen wir für diese Verbindung in Kauf noch 5 Stunden zu warten. Also machten wir es uns vorm Servicepoint der „SJ“ bequem. Spielten Munchkin, lasen den letzten Harry Potter, schrieben Tagebuch, spielten Gitarre oder ruhten uns einfach nur aus. DANKE GLEISGOTT

 

23.7.07 Der erste Wandertag

Um unsere Sippe nicht zu stark zu belasten nahmen wir uns für den Anfang eine 12 Km lange Strecke vor.

Nach der Nacht im Schlafwagen nach Östersund verabschiedeten wir uns von den Lakuna und fuhren mit dem Zug noch zwei Stunden weiter nach Enafors. Dort kamen wir gegen halb neun an, eine für uns recht frühe Zeit. Scheinbar aber auch zu früh für die Bewohner von Enafors. Verzweifelt suchten wir in dem wie ausgestorbenen Nest eine Möglichkeit zu finden ein frisches Brot einzukaufen. Resigniert machten wir uns nach dieser Aktion auf den Weg in Richtung eines traumhaft schwedischen Panoramas.

Zunächst ein Stück der Straße gefolgt, waren wir jedoch nach zehn Minuten sofort in der schwedischen Natur. Krumme Bäume und bewachsener Waldboden begleiten uns auf den ersten Kilometern, dann kamen wir in die Moor/Sumpflandschaft, die wir auf den dafür typischen Holzplanken überquerten.

Ohne Furcht sahen wir auch dem Silverfallet entgegen, einem Fluss der in der Nähe unseres Tagesziels entsprang, sich zwischen den Bergen Getvalen und Lillsnasen talwärts schlängelt und sich dann teilweise als Wasserfall 100 Meter nach unten ergießt.

Geschätzte 30-50 % Steigung hieß es da für uns auf 500 Meter zu ertragen.

„Oben“ angekommen hatten wir dafür einen enormen Ausblick. Jetzt hieß es noch die 4-5 Km zurückzulegen und dann die für die Nacht auserwählte Schutzhütte zu inspizieren.

Leichter gesagt als getan, denn die Strecken schien sich ewig hinzuziehen. Dazu kam noch die nun nicht mehr ganz so starke Steigung und ein bröckeliger, steiniger Untergrund.

Noch geschafft von der Anfahrt kämpften wir uns mit Banane-Schoko Müsliriegeln und aufmunternden Worten wie: „Hinter dem nächsten Hügelchen ist es bestimmt“ den Berg hoch.

Schließlich wurde es zwei, dann vier, fünf und der See an der Schutzhütte kamen immer noch nicht in Sicht, dafür wurden wir bereits von einer Herde Rentiere begrüßt.

Bei einer Pause (die die letzte sein sollte) blieb unser Blick auf das Panorama vor uns geheftet: Zwischen dem 1400 m hohen Storsnasen und 1200-1400m hohem Tväråklumparna konnten wir in einiger Entfernung den Annsjön sehen. Dahinter erstreckte sich noch eine gar endlose Landschaft, die erst mit den Kämmen einiger weit entfernter Berge endete.

Kaum bogen wir dann – nach dem wir uns wieder aufgerafft hatten – um den nächsten Hang, lag in ca. 50m Tiefe der kleine See mit der Schutzhütte.

Erleichtert machten wir uns an den Abstieg und begannen unsere knurrenden Mägen noch mehr anzuregen, indem wir Nudeln mit heller Soße kochten.

 

Hmm...

Lennart & Ich setzen uns an dem Abend noch zusammen um die nächsten Tage noch einmal durchzusprechen.

Der erste Wandertag war doch anstrengender als wir erwartet hätten, deshalb nahmen wir uns vor für den nächsten Tag einen Pausentag zu nehmen. Als wir dann am nächsten Morgen (Dienstag) aufwachten, machten wir uns daran die Schutzhütte wieder für andere Leute begehbar zu machen. Als Tagesziel nahmen wir uns vor den 1409m hohen Tväråklumparna ohne Gepäck zu besteigen. Timi konnte auf der Hälfte der Strecke nicht mehr und ruhte sich auf einem geschützten Vorsprung aus. David, Lennart und ich bestiegen weiter den Gipfel und genossen eine herrliche Aussicht und ein paar leckere Süßigkeiten. Auf dem Abstieg wollten wir eigentlich Timi wieder einsammeln, aber er war nicht mehr da. Nach kurzem panischen Suchen entdeckten wir ihn als kleinen blauen Punkt vor der Schutzhütte.

Wir entschlossen uns also weiter hinabzusteigen und um die andere Seite des Sees herumzugehen, da Ich einen versteinerten Baumstumpf entdeckt hatte und ihn den anderen unbedingt zeigen wollte. Auf dem Weg entdeckten wir ein Schneehuhn, welches aufgeregt flüchtete, und eine Schar kleiner Vögel. Lennart versuchte sie mit Steinwürfen aufzuscheuchen, was zunächst gar nicht, als aber aus Versehen ein Vogel getroffen wurde, umso mehr gelang.

Der Arme Vogel stand so unter Schock, dass wir schon dachten ihm wäre etwas Schlimmes zugestoßen, zehn Minuten später flatterte er uns allerdings wieder davon.

Später spielten wir noch DAS, tranken Cappuccino und kochten ein paar Knödel.

 

Mittwoch, 25.7.

Endlich ging es weiter. Der zweite Wandertag begann mit einem Abstieg durch Geröll.

Mittagspause machten wir auf einem Vorsprung, von dem aus wir die Straße zu unserem Tagestiel Storulvåns Fjällstation sehen konnten.

Da wir ohne Weg heruntergekrakzelt waren mussten wir nun durch mooriges Gebiet waten, bis wir nun endlich einen kleinen Wanderpfad unter unseren Füßen hatten. Entlang des Norder-Tväron trug und dieser Richtung Straße. Bevor wir diese erreichten, fing es an zu regnen und wir schlüpften unter die Ponchos. Den Großteil der Strecke auf der Straße verbrachten wir darunter. Bereits auf dem Weg stellten wir fest, dass die Fjällstation gut besucht sein musste, denn ständig kamen Autos von hinten oder uns entgegen. Ein uns überholender Bus brachte schließlich die Sicherheit. Die Fjällstation war eine relativ neue Herberge mit vielen Besucherparkplätzen die auch gut genutzt waren. Wir suchten uns einen Platz in der Nähe kochten schnell essen und schnippten die Kothe auf. Nach einer DAS-Schlacht fielen wir dann auch alle, recht früh, in geruhsamen Schlaf Zz

 

Der nächste Morgen

Früh (um 8:00h) wachten wir auf, was jedoch nicht viel besagt, da wir dann doch erst um kurz vor Elf loskamen.

Zunächst führte uns der Weg durch ein paar Bäume, bis wir dann auf eine Brücke gestoßen sind. Nach einer sehr wackeligen Überquerung des reißenden Flusses ging es 8 km auf der Sandstraße weiter. Bei unserer ersten Pause fing es dann an zu regnen und wir mussten und die Ponchos überschmeißen. Bis kurz vor Tjallingen regnete es auch weiter. Angekommen machten wir erst einmal drei Stunden Mittagspause. Danach ging es weiter mit einem weniger gut passierbaren Weg, der uns durch Wald, Fluss und Hügel lenkte. Unser heutiges Tagesziel lautete Gåsån, wo wir dann auch abends bei strömenden Regen ankamen. Die Schutzhütte war bereits belegt, was uns allerdings nicht daran hinderte uns auch hinein zu quetschen und den Regen draussen zu lassen. Als dieser nachließ fingen wir an zu kochen: lecker Spaghetti mit Tomatensoße wurde schon bald in unsere Mägen geschlungen.

Während dieser Mahlzeiten entdeckten wir die unterschiedlichen Kau-&Essvarianten.

Während sich Lennart mit einer Zwei-Kiefer-Klappversion zufrieden gab, kaute Moritz bis zu 36 mal!

Die Kleinen lagen im unteren Mittelfeld mit 10-16 Kauvorgängen.

An diesem Tag hat Timi auch ein wenig geschwächelt, sodass wir ihn mit leicht erhöhter Temperatur in die Schutzhütte einlieferten. David legten wir als Nachtwache noch daneben. Die beiden Großen nahmen Platz in der drei Meter entfernt aufgebauten Kothe

 

Der 27.

Um das kranke Huhn nicht zu stark zu belasten ließen wir uns mit dem Aufstehen noch bis mittags Zeit. Als wir dann endlich das Müsli gefuttert und die Sachen beisammen hatten nahmen wir die 5 km Strecke für heute in Angriff. Auf diesen 5 km schafften wir jedoch 200 Höhenmeter.

Unser Ziel war die Gåsensturgona, eine auf der Karte als Übernachtungshütte eingezeichnete.

Dort angekommen staunten wir über die luxuriöse Ausstattung und über die Preisliste, die uns für eine Übernachtungsmöglichkeit vorgelegt wurden. Schließlich durften wir für 240 Kronen unser Zelt aufbauen und die örtlichen Gegebenheiten nutzen. Dazu gehörte der geheizte Gemeinschaftsraum mit Gasküche und relativ komfortable Plumpsklos.

Wir verbrachten den restlichen Tag im warmen Raum und spielten DAS.

Schlafen konnten wir kaum, da der Untergrund dermaßen von Steinen durchsetzt war, dass sich unsere Glieder und Knochen kaum erholen konnten.

 

Regenflut

Heute schien das Wetter ein wenig besser zu werden. Zumindesten schaute die Sonne ab-und-zu mal zwischen den Wolken hervor.

Wir entschieden uns unsere dreckigen Sachen endlich mal zu waschen.

Moe

Also liefen wir zu unseren Rucksäcken und gruben die Beutel mit der Dreckwäsche aus. Schnell nahmen wir die Waschstelle in Beschlag und wuschen alles gründlich durch. Diese Waschaction endete erst als das Wasser nicht mehr Schwarz gefärbt war, was ca. 30-40 mal dauerte, von Pfadi zu Pfadi unterschiedlich. Doch dann stellte sich uns eine Frage: Wohin mit den 30 Kilo nasser Wäsche?...Schnell wurde die Sturgona Oma gefragt und sie erklärte uns, dass wir die Sachen vor der Hütte aufhängen durften und dazu noch vor der Privathütte der Frau. Erschlagen vor lauter Freundlichkeit hingen wir unsere Wäsche auf und schnappten uns wieder unsere DSA-Sachen. Kaum waren die Charakterbögen ausgepackt verdunkelte sich der Himmel und ein paar Tropfen, ca. 5 l pro qm, fielen auf unser Köpfe...die zum Glück vom Sturgonadach geschützt waren. Doch leider hingen draussen unsere Klamotten die zwar durch den Regen sauberer wurden aber nicht wirklich trockener. Doch was sollte man tun?

Sie im Gemeinschaftsraum aufhängen? No Way! Das wäre ja nicht sehr sozial und ordentlich, also blieben sie draußen in der Hoffnung, dass der Wind stärker als der Regen sei. So verbrachten wir den Tag in der wunderbaren Welt Aventuriens ohne Regen und nasse Schuhe. Den Tag wollten wir mit einer leckeren Portion Parmesan Penne abschließen, die wir für eine nicht geringe Menge Geld im hiesigen ICA kauften. Kurzerhand wurden die Nudeln in die beschriebene Menge Wasser geworfen und nach Rezept gekocht. Der Tisch war gedeckt und die Münder bereit für eine deftige Portion Nudeln, als sich dann der Deckel vom dampfenden Topf löste hatte sich auf einmal das Essen in eine Suppe verwandelt und die Nudeln tauchten auf und ab in einer eher wässrigen Käsesoße. Der Hunger war letztendlich größer als das Auge und die Nudelsuppe wurde rasant vernichtet. Nach diesem Essen gingen einige ins Bett um sich von dem anstrengenden Tag zu erholen. Der harte Kern vergnügte sich noch mit ein paar Runden Kniffeln und legte sich dann auch zur Ruh, nachdem noch die wichtigsten Kleidungsstücke in dem Raum aufgehängt wurden.

 

How is the weather today?

Durch leichtes Tröpfeln auf die Stirn erwachte ich aus meinen warmen Träumen. Das Wetter hatte sich nicht verändert und die gleichen grau-schwarzen Wolken grinsten uns an. Nach einem kurzen Fluch gen Himmel rannten wir nach oben in den warmen Raum und labten uns an leckerem Knuspermüsli. Das kalte Wetter hielt uns länger als gewollt in der Hütte fest und so fand Moe beim hibbeligen Herumstöbern einen Trockenraum in dem es ungefähr 45 ° waren.

Hatten wir diesen Raum etwa überhört als wir nach Trockenmöglichkeiten gefragt hatten? Nein...er war uns ganz einfach Verschwiegen worden. Flink rannten 4 Pfadis durch den Regen um ihre (immer noch) nassen Sachen in den Raum zu hängen. Schnell war der Platz gut genutzt und mit etwas mehr Hoffnung fand man sich wieder im Gruppenraum ein. 2-3 Stunden wurden noch totgeschlagen ehe man sich überwinden konnte die Kothe im Regen abzubauen.

Nachdem die Kothenplanen, die etwa 5 kg mehr wogen, auf den Rucksack geschnallt waren wurde jede Sekunde herausgezögert um die Klamotten länger im Torkrum (Trockenraum) zu lassen. Als alles gepackt war sattelten wir auf und stiefelten mit frischen Sachen in den Regen. Nach etwa 10 Minuten wurde uns klar, dass es verdammt kalt und nass war! Nach ein paar Kilometern entschieden wir uns, uns unter unseren Ponchos zu verstecken. Der restliche Weg wurde unter ihnen zurückgelegt.

Die Kilometer zogen sich wie Kaugummi in dieser trostlosen Landschaft in der man aufgrund des Nebels ca. 100m weit schauen konnte. Als endlich die kahlen Felsen von Bäumen und Sträuchern abgelöst wurden, wussten wir, dass es nicht mehr weit sein konnte.

Gegen halb 10 kamen wir endlich in Stensdålen Sturgona an. Wir bezahlten für die Nacht und plünderten noch den kleinen Rezeptions ICA fürs Abendessen. Die Kothe wurde aufgebaut und wir zogen uns in die Kochhütte zurück und feuerten erst einmal den Kachelofen an um die Kälte in unseren Gliedern zu verheizen. Als die 36° in der Hütte geknackt waren, entschlossen wir uns dazu doch lieber mal die Tür aufzumachen. Das Abendessen bestand Heute aus einem leckeren Topf Kapü + Kotböller, was so unglaublich gut schmeckt, dass während des Essens kaum geredet wurde, was wirklich komisch ist für uns.

Nachdem das Essen auf magische Weise verschwunden war machten wir es uns noch gemütlich in der Hütte und spielten lange DAS.

Nachdem das aktuelle Quest geschafft war putzten wir noch die Zähne und legten uns nach einer „Rettet-Moes-Zahnbürste“ Aktion in die Kothe.

 

Da war ne Kuhlee...

Weich gebettet auf ein paar Büscheln Gras wachte ich auf und freute mich das sich mein Rücken etwas entspannt hatte. Das Grinsen, welches sich auf meinem Gesicht befand spiegelte sich nicht auf Moes Gesicht wieder als er mich nach dem Erwachen anguckte.

Auf die Frage ob er auch so super geschlafen hätte entgegnete er mir mit einem „lass-mich-in-Ruhe“ Blick: „ Das war ne Kuhle...mit Stöckern und dann war es da gerade aber da liegt kein Poncho...“

Nachdem dieses „mimimi“ ausgesprochen war wurde es kurzerhand zum Lieblingssatz an diesem Tag.

Lennart

 

Als dann die Sachen gepackt waren machten wir uns auf und schoben die Rucksäcke auf unsere Schultern. Die heutigen 14 Km sollten uns bis nach Våledålen bringen, letztlich schafften wir nach Sumpf-Stein und Wald nur ca. 8. Wir wanderten gerade in einem guten Tempo in Richtung unseres Zielortes, als auf unserer rechten Seite der Fluss auftauchte. Wir sahen genau am Flussbett einen perfekten Lagerplatz mit verlassener Feuerstelle. Kurzerhand entschlossen wir uns diese Gelegenheit zu nutzen und flankten und gleich dorthin. Nachdem das Feuer entfacht und die Kothe perfekt eingepasst was machten wir uns daran Kartoffelpüree mit Kotböllern/Ketchup zuzubereiten und gleich darauf unsere Hälse mit oben genannten Dingen zu füllen.

 

8+6 = 14km

Als ich an diesem Morgen aufwachte wagte ich fast zu verzweifeln, denn schon wieder hörte ich Regentropfen auf Kothenplanen tropfen. Erschwerend kam nun noch hinzu, dass sich ausserhalb der Kothe kleine Flüsse gebildet hatten. Einer von ihnen war mutig genug durch unsere Kothe Richtung Fluss zu fließen, worauf er wagemutig von meinem Schlafsack gestoppt wurde. Die Folge: Das Fußende meines Schlafsacks war nass.

Nach unserem Haferflocken-Zucker-Mipu Energiemansch bereiteten wir uns vor die letzten 6 km nach Våledålen zu wandern. Zum Glück erwischten wir eine Regenpause, in der wir unsere Rucksäcke aus der Kothe werfen und ebendiese einreißen, zusammenlegen und an unseren Rucksäcken befestigten konnten. So stiefelten wir weiter durch den Wald, teilweise von Regen nicht komplett getroffen, aber dennoch nass.

Bis wir in Våledålen ankamen waren alle auch wieder nicht mehr so gut gelaunt, also entschieden Lennart und ich uns dafür den Bus zum 12 km entfernten Össtra Våledålen zu nehmen und den dortigen Campingplatz zu besiedeln. Um die Stimmung noch ein wenig aufzuheitern plünderten wir noch einen eh schon fast leeren Laden von Schokolade. Eine halbe Stunde später kam dann auch schon der „Bus“ der sich als Taxi entpuppte. Trotz Angst vor horrenden Fahrtkosten stiegen wir ein und genossen die Gemütlichkeit und Wärme des Autos.

Am Campingplatz angekommen zog die Taxifahrerin Bilanz und berechnete uns die unerwartete Summe von insgesamt 20 Kronen (ca. 50 Eurocent pro Person).

Mittlerweile regnete es schon nicht mehr und so ließen wir uns ein wenig Zeit mit dem Aufbauen der Kothe. Dem Wettergott gefiel dies aber überhaupt nicht, sodass er uns ein paar Schauer als Peitschenhiebe des Sklaventreibers schickte. Ruckzuck war die Kothe oben. An diesem Tag genossen wir auch die ersten warmen Duschen der Fahrt.

Am Abend gab es dann noch leckere Spaghetti mit noch leckerer Soße und ein weiteres DSA-Abenteuer.

Kochen konnten wir in einer köthenähnlichen Hütte mit äußerem Bewuchs. Dies kam uns sehr zupass, denn der Wettergott war keineswegs bereit seine Peitschenhiebe einzustellen. Trotzig saßen wir in der warmen Köthe und ließen es uns gut gehen. Mehrere Male wäre fast unsere Kothe durch die starken Windböen eingekracht; das richtige Timing zum Sachen holen verhinderte dies allerdings. Die Hälfte der Sippe sauber hüpften wir in die Schlafsäcke – meinen hatte ich vorher noch im Torkrum aufgehängt.

 

Der 1. Tag im August

Was daran besonders war? Nun, Lennart war nun Arbeiter, allerdings im 1. Urlaubstag. Diesen Fakt schmierte er uns noch den ganzen Tag unter die Nase. Da werter Herr wieder nach Deutschland musste und unser Zug nach Stockholm am nächsten Tag ging, ließen wir es uns noch mal gut gehen, entspannten etwas länger als sonst in unseren Schlafsäcken und blinzelten verwundert in die nun scheinende Sonne. Nur ein kurzer Lichtblick, denn schon bald schoben sich die Armeen der grauen Wolke wieder vor das strahlende Antlitz der Sonne, ließen uns jedoch ansonsten unbehelligt. Heute wollten wir wieder ein Taxi nehmen, das uns nach Undersåker auf den Campingplatz bringen sollte. Als wir gerade zu Mittag aßen kam der Taxifahrer in Stefan’s Taxi auch schon in unsere Essensrunde geplatzt. Wir schluckten schnell den letzten Happen Brot runter und verstauten daraufhin unsere Rucksäcke in den Wagen. Dieses Mal kostete die Fahrt ganze 20 Kronen pro Person, allerdings dauert die Fahrt auch etwas länger. Nichtsdestotrotz kamen wir noch in der Mittagssonne auf dem Campingplatz an. Um nicht erneut von Regenschauern überrascht zu werden bauten wir schnell die Kothe auf. Daraufhin machten Lennart und ich uns auf nach Undersåker, wo wir einen ICA zu finden hofften. Nach kurzem Fragen fanden wir ihn dann auch. Heute sollte es Couscous mit Zaziki geben, deshalb brauchten wir vor allem Joghurt und Gurke. Dazu nahmen wir noch eine Packung Hjorton Fjälljoghurt mit, der uns Energie für den Weg geben sollte. Weit kamen wir nicht, denn eine Bank vor dem Bahnhof und Zweifel an dem angeblichen Joghurt Namens „Fjällbrynt“ setzten uns zu sehr zu. Wir entschlossen uns zu schauen/probieren was wir da für einen Joghurt gekauft hatten (Insgesamt waren es 1,6 Kilo – 2 x 800ml Packungen).

Uns erwartete ein bräunlicher Anblick und die anschließende Probeverköstigung endete in Pfuis, Bäh’s und „Was haben wir denn da gekauft?“’s . Da wir den einen Becher schon angebrochen hatten, konnten wir nur den anderen zurückgeben - schnell gegen nun richtigen Joghurt eingetauscht machten wir uns kurz darauf an den Rückweg.

Kurz bevor das Essen dann fertig war bekamen wir schon wieder Tropfen ab, woraufhin wir uns mit größter Eile in die Kothe verkrochen. Arges Schütten blieb zum Glück aus, aber wir machten es uns in der Kothe mit einem DSA-Abenteuer gemütlich.

 

Eine Nacht...

...geschlafen sollte es am heutigen Tage nach Stockholm gehen. Wir verbrachten den Tag mit....essen, faulenzen und DAS. Gegen 18:00h kam dann der Zug. Wir hatten leider keine Reservierung, sodass wir die meisten Plätze 30 Minuten nach Fund wieder abgeben mussten. So verbrachten wir die ersten zwei Stunden mit Hin-und-Hergehoppe. Irgendwann war es dann endlich leer genug im Bistro, sodass wir dort unser DAS Hauptquartier für die Nacht einrichteten.

 

Irgendwann

Im Morgengrauen näherten wir uns dann Stockholm. Mittlerweile waren Lennart und David eingeschlafen und Timi las in seinem Buch. Ich weckte 10 Minuten vor eintreffen die beiden auf und wir stellten uns bereit in den Ausstieg.

Dann hüpften wir auf den Bahnsteig und suchten den Ausgang. Gegen Vier Uhr setzten wir uns vor den Haupteingang des Bahnhofs, da seine Hallen erst eine Stunde später aufmachen sollten. Während der Wartezeit gesellte sich ein Schwede zu uns und verkürzte uns ein wenig die Zeit.

Endlich öffnete der Bahnhof seine Pforten und wir konnten uns informieren wo denn jetzt der Campingplatz liegt, da uns die Taxifahrer vorher auch nicht weiterhelfen konnten. An einem Infoterminal fanden wir dann die Route raus und machten uns daraufhin auf den Weg. Durch die Stadt ging es dann ca. eine halbe Stunde. Dafür, dass es 5:00h in der Früh war, war Stockholm, das „Asshole of Sweden“ wie es unsere Bekanntschaft nannte – sehr lebendig.

 

Moe

 

 

Kommentar:

Schweden im Rückwärtsgang

Nun befinde ich mich auf der Rückfahrt nach Deutschland. Passenderweise sogar mit dem Rücken in Fahrtrichtung, denn Schweden möchte ich noch nicht den Rücken kehren. 18 Tage auf Fahrt. Davon zwei anstrengende Hinfahrtstage, 10 Tage in der Wildnis, einen Tag Fahrt nach Stockholm, 4 Tage in Stockholm und einen Tag zurück.

Man möchte nicht sagen die Fahrt war gut oder schlecht. Was zu sagen wäre, wären Erwartungen, die nicht erfüllt wurden, die Suche nach den Ursachen, Überraschendes, Spannendes, Tage mit guter oder schlechter Stimmung. Es gab durchaus Tage, an denen ich mir wünschte lieber nicht aufgewacht zu sein. Aber gerade an solchen Tagen freute ich mich über Mancherlei besonders. Sei es eine überraschende Aktion der Sipplinge oder der atemberaubenden Anblick der schwedischen Landschaft. Vielleicht sogar nur ein Blick in ein erschöpftes Paar Augen, dass einem Gesicht gehört welches mich schon seit Tagen umgibt.

Wir waren zu viert, nicht viele für eine Pfadfindergruppe, aber genug! Zwei Gruppenleiter, zwei Sipplinge; also quasi eine Einzelbetreuung. So etwas wäre aber bestimmt nicht nötig gewesen, denn die beiden „Gruppenleiter“ genannten Quatschköpfe haben sich gegenseitig mehr zermatscht als die Sipplinge uns.

Zum Zermatschen: Schwedens Mückenpopulation sollte an manchen Orten schon arg dezimiert sein. Aber auch diese Plagegeister gehören auf einer Fahrt, besonders nach Schweden, einfach dazu.

 

Hier im Süden ist die Landschaft schon längst nicht mehr so schön wie in Mittel- oder Nordschweden. Das meiste ist bebaut und richtige Berge scheint es hier auch nicht zu geben.....