CHEROKEE - Sommerfahrt-Bericht 2006

 

I. 21. Juli, Freitag

 

Wie verabredet trafen wir uns um 12:30 am Göttinger Bahnhof im Schatten eines Baumes, da ansonsten unser Kopf in Gefahr lief weggebrutzelt zu werden. Mit den Tickets und einer groben Übersichtskarte (1:200000) in der Hand bestiegen wir um 13.10 den IC Schwarzwald Richtung Offenburg. Bis Heidelberg mussten wir leider mit einem Zwischenabteil vorlieb nehmen. Bei ca. 30° C war das ein mords-Spaß. Dort angekommen nahmen wir noch den Bus um 19:00 nach Kehl (quasi dem in Deutschland gelegenen Teil Straßburgs). Um noch möglichst weit zu kommen setzten wir uns in den Bus Nummer 21 nach Straßburg. Die Entscheidung bereuten wir früh; kaum aus dem Bus gestiegen wurden wir von Arbeitslosen Jugendlichen mit Steinen beworfen. Außer Wurf- und Sichtweite mussten wir uns zunächst orientieren, wobei uns die Örtlich aufgehängten Karten mehr oder weniger halfen. Um einfach aus der Stadt heraus zu kommen nahmen wir den Bus Richtung Süden und stiegen in der Nähe einer Universität gegenüber eines Siemenshauses aus. Dort machten wir zunächst Pause, füllten unsere Wasserflaschen auf und suchten einen Platz zum schlafen. Dieser fand sich dann zwischen zwei Hecken neben einer Straße auf dem Gelände eines Studentenwohnheims. Weitergehend verbrachten wir dort die Nacht.

 

 

II. 22. Juli, Samstag

 

Früh aufgewacht und vom Morgentau benässt machten wir uns daran, unser Lager abzubauen und nicht doch noch einem schlecht gelaunten Hausmeister auf seiner morgendlichen Runde zu begegnen. Das Frühstück nahmen wir dann auf der gegenüberliegenden Seite neben einem Fahrradhäuschen ein. Unser heutiges Ziel war Selestat, eine Stadt ca. 30 km von Straßburg entfernt. Wir entschlossen uns den Zug zum Anfangsort unserer Wanderung zu nehmen. Das Problem war nun jedoch, dass wir uns nur an offiziellen Straßenkarten orientieren konnten und der Bahnhof unidentifizierbar weit von dem Stadtteil, in dem wir uns befanden, entfernt lag. Unser Weg führte uns zunächst durchs Zentrum und dann entlang einer Autobahn bis zu einem kleinen Dorf, wo wir Siesta machten und von einem Hitzegewitter überrascht wurden. Zum Glück war gerade ein Buswartehäuschen in der Nähe .Gegen 15:30 machten wir und wieder auf dem Weg durch das Dorf hindurch- endlich zum Bahnhof, wo wir bereits um 16:40 ein Zug nach Selestat nehmen konnten (umsonst!!!). In Selestat angekommen konnten wir schon gut unser Ziel sehen: die Vogesen. Wir entschlossen uns einfach in diese Richtung zu wandern um dann einen Lagerplatz etwas weiter außerhalb zu finden. Ganz am Rande von Selestat holten wir noch einmal Wasser und wurden prompt von einem deutschsprechenden Elsässer eingeladen, bei ihm im Garten zu schlafen, die Außendusche zu benutzen, einen Sprung in den Swimmingpool zu wagen, Die Nudeln doch drinnen auf dem Herd zu kochen, die Soße doch in der Mikrowelle warm zu machen….. . und letzen Endes noch mit ihm, seiner Freundin, deren Tochter zu Frühstücken. Schnell erkannten wir den Sechser im Lotto. Er erklärte mir sogar das Zustande kommen von Schwarzwald und Vogesen:

Früher war das alles ein Gebirgsmassiv, dann gab es jedoch eine Absenkung und das Rheintal entstand. Zu erkennen ist diese Absenkung an der relativ starken Steigung der beidem Berglandschaften auf der Rhein zugewandten Seite.

Nicht mehr mit Alt-Schweiß bedeckt schmeckten die Nudeln diesen Abend besonders gut. Für uns gab es kein Klagen, bis auf den Boden, der vielleicht etwas steinig war, ansonsten war das Fünf-Sterne Hotel perfekt.

 

 

III. 23. Juli, Sonntag

 

Nach einer stürmischen und regnerischen Nacht (zum Glück hatten wir die Kothe aufgebaut) wachten wir gegen 9:00 h auf und gesellten zu dem Frühstück mit Croissants, Kakao und Kaffe zu dem wir eingeladen waren! LECKER!  Danach fuhr der nette Herr Moe in die Stadt. Eigentlich wollte Moe da eine Wanderkarte kaufen aber die bekamen wir dann auch geschenkt. Als er zurück kam war bereits die Kothe abgebaut, jetzt mussten nur noch alle Sachen eingepackt werden. Dies dauerte aber solange, dass die Sonne wieder hoch am Himmel stand und die Temperatur gegen Himmel kletterte. Irgendwann gab Moe dann dem Gequängel von den Kleinen und Lennart nach und vereinbarte eine Siesta bis 16:00. Noch ein Besuch im Pool und ein paar gegrillte Bratwürstchen/käse später brachen wir endlich auf.

Unser Ziel lautete Tannenkirch bzw. mal schauen wie weit wir kommen. Zunächst passierten wir Kienzheim, den Einstiegsort in die Vogesen, wo wir noch ein Gruppeneis schleckten und uns am Brunnen abkühlten. Dann schleppten wir uns weiter, nun hinauf in die Berge, vorbei an der Adlervollaire, hinauf zum Affengehege. Noch ein wenig dem Weg gefolgt suchten wir uns schnell einen Lagerplatz, kochten Reis, untersuchten uns nach Zecken und legten uns dann schlafen.

 

 

IV. 24. Juli, Montag

 

Nachdem wir aufgestanden waren, mussten wir zunächst aus dem Zeckengehege und Frühstückten auf dem Weg. Nachdem Dave & Timä beim Affengehege noch Wasser geholt hatten, machten wir uns auf. Leider kamen wir nicht sehr weit, da Dave sich das Knie aufschrubbte. So kamen wir erst nach einer Stunde bei der Schutzhütte (1,4 km entfernt) an.

Nach der dortigen Siesta / Kniekurierunspause bis 16.00 Uhr ging es weiter Bergauf. Nach Mühen kamen wir erst bei der nächsten Schutzhütte an. Erschöpft machten wir ein Feuer an und kochten Reis mit Currysoße. Nachdem Wasser geholt wurde und abgewaschen war, machten wir uns auf einen Schlafplatz zu finden – den wir an einem Berghang fanden. Im Dämmerlicht bauten wir unser Biwaklager auf und putzten die Zähne.

Kurz vor dem Einschlafen wurden wir noch von schnell näher kommendem Laubrascheln aufgeweckt. Von Angst beflügelt setzten wir uns wehrbereit auf, bis ein Schatten aus dem Gras auftauchte. Dann auf einmal ein lautes Grunzen und die Wildscheinfamilie stob auseinander. Mit klopfenden Herzen legten wir uns kurz darauf nieder und hörten noch ein affenähnliches Geschrei. Das einzige Tier, was uns noch störte, war ein Marder, ansonsten verlief die Nacht störungsfrei.

 

 

V. 25. Juli, Dienstag

 

Früh von der Sonne geweckt entschieden Timä, Maya, Dave und Moe eine Runde Munchkin zu spielen – Lennart, gequält von seinen Rückenschmerzen, „schlief“ noch eine Runde. Heute war vorgesehen die Königsburg zu besichtigen und am Nachmittag ein Stück zu wandern.

Gegen zwölf versteckten wir unsere Sachen in der Nähe von Schlafplatz und liefen mit vier Flaschen Wasser und einer Schokolade bewaffnet los.

Die Königsburg ist eine sehr gut erhaltene Sommerresidenz von Wilhelm dem II.

Wir kaufen uns Tickets, ein Gruppeneis und stiefelten los. Alle waren sehr beeindruckt von den Wandmalereien, der Architektur und natürlich den Waffen. Auch konnten wir eine wunderbare Aussicht genießen. Am Ende einer Tour setzten wir uns noch zu einem kleinen Kiosk und ließen dort für überteuerte Leckereien unser Geld. Nachdem Timi und Moe noch Wasser holen gegangen sind, liefen wir wieder zurück zu unseren Rucksäcken um dann noch ein Stück zu wandern.

Wir schafften es sogar noch bis nach St. Hippolyte, unser morgiges Tagesziel, wo wir bei einer Familie auf dem Grundstück pennten. Dies war wahrscheinlich der bequemste Lagerplatz, was Lennarts Rücken sehr froh stimmte.

 

 

VI. 26. Juli, Mittwoch

 

Wir entschlossen uns, noch einen Tag hier zu verbringen. Bei der Familie, auf deren Grundstück wir lagerten, liehen wir uns noch einen Fußball und verbrachten mit ihm und Munchkin den Tag in der knallen Sonne. Zum Mittagessen gab es Baguette vom Morgen. Am Abend schlürften wir noch eine Rinderfleisch und eine Hochzeitssuppe, worauf wir in unsere Schlafsäcke fielen.

 

 

VII. 27. Juli, Donnerstag

 

Bereits um halb Acht geweckt, machten Lennart und Moe bis zwanzig vor 11 Terror, doch endlich loszukommen. Durch die Weinberge im Osten der Vogesen wanderten wir bis zur Mittagshitze nach Orschwiller und dann weiter nach Kintzheim, wo in der Nähe auf einem Rastplatz die Siesta mit einer Runde Munchkin verbrachten. Gegen vier - halb fünf trödelten wir dann bei unserem Sommerfahrtenferienhaus ein und genossen die Kühle des Pools.

Wir wurden wieder freundlich empfangen – so kam es dazu, dass wir gegen halb neun in der Küche standen und das Abendessen vorbereiteten.

Hinter den Vogesen braute sich ein Unwetter zusammen und uns wurde angeboten doch drinnen zu essen. Während wir drinnen schmausten ging es richtig los. Schließlich wurde das Unwetter so heftig, dass wir unsere mit Ponchos und Kothenplanen abgedeckten Sachen schnell herein holen mussten. Der Himmel war komplett schwarz und Moe schrieb genüsslich unser Tagebuch.

Wir beendeten den Abend mit einer gemeinsamen Runde Munchkin und legten uns dann auf Teppichen gebettet schlafen.

 

 

VIII. 28. Juli, Freitag

 

Kurz nach unserem Aufstehen wurde uns wieder mal auf der Terrasse beim Pool ein Frühstück kredenzt. Den Tag über badeten wir, schlemmten Croissants, Couscous mit Zaziki zu Mittag und badeten. Zum Abendessen gab es Reis, mit einer leckeren Tomatensoße. Danach spielten wir noch eine Runde „Mensch ärgre dich nicht“ und legten uns dann pennen.

 

 

IX. 29. Juli, Samstag

 

Heute gab es (leider) kein serviertes Frühstück, da die Familie zu einer Beerdigung gefahren ist. Jedoch wurde uns der Schlüssel für die beiden Häuser und den Pool ausgehändigt, was uns dazu veranlasste dies noch ausgiebig zu nutzen. Dieser Tag verging quasi wie der Gestrige, nur, dass wir ein neues Spiel gefunden hatten – Poker und dass es zum Abendessen Lasagne gab.

 

 

X. 30. Juli, Sonntag

 

Wir mussten um halb sieben aufstehen um unseren Zug nach Straßburg um 8:20 zu kriegen. Vorher schlemmten wir aber noch ein letztes Mal ein leckeres Frühstück. Im Bahnhof von Selestat kaufte Lennart gerade die Tickets, als der Zug, den die wir anderen schon bestiegen hatten, losfuhr. Zum Glück wurden wir aber nicht kontrolliert, sodass wir in Straßburg auf Lennart warten konnten.

Unseren Anschlusszug verpassten wir zwar dadurch, aber dass war nicht weiter schlimm, da unser IC in Offenburg erst um 11.47 abfuhr und der nächste Anschlusszug bereits um 10.35 ging. Müde und zerschlagen vom so frühen Aufstehen und loswandern setzten wir uns in den Pendelzug Richtung nach Hause nach eine sehr gemütlichen Sommerfahrt.

 

 

 

Kommentare der Sipplinge:

 

Mayar: Ich fand die Sommerfahrt 2006 ganz gut, hatte kleine Problem mit der Hitze und den Bergen, aber wir hatten viel Spaß. Was habt ihr mit Moe gemacht? Er lacht so komisch.

Dave: Bis auf die unerträgliche Hitze war es eigentlich gut, natürlich war es ein bisschen überraschend durch die Änderung des Fahrtziels. In Selestat war der Pool cool. Beim wandern hatten wir anfangs Probleme. Trotz allem: geile Sommerfahrt 2006.

PS: (MRX) Lennarts (Bernhards) Flirt mit dem Mädchen in St. Hippo war ganz nett anzuhören. Wir verstehen auch französisch.

Tim: Ich fand die Sommerfahrt 2006 cool, vor allem den Pool. Ich hatte manchmal Probleme mit der Lunge bei starken Steigungen und Hitze.

 

 

Kommentare der Gruppenleiter:

 

Bernhard: Prima, klasse, super dufte … die Stimmung war recht gut, doch leider reichte die Power dann nicht mehr für das Wandern… dumm gelaufen, das war der Sinn der Fahrt… na ja, war dennoch echt nice, die Gruppe ist echt der Burner und jetzt Bouncen wir weiter durch die Länder!

Moe: Vielleicht hat man so viel Glück nach einer längeren Pfadfinderkarriere verdient, jedoch finde ich es schade, dass die SommerFAHRT mehr zu einem Sommerurlaub mit 3-tägigem Ausflug wurde. Ansonsten war die Stimmung gut, wir haben viel gelacht und in wirklich beschissene Situationen kamen wir nie. Das unsere Sipplinge als so verweichlicht in meinen Augen dastehen, kann auch daher kommen, dass wir als Sippenleiter nicht konsequent genug waren. Ein Problem, was öfter auftaucht, wenn man die Sippe zu zweit leitet, obwohl ich natürlich froh bin, das Lennart dabei war. Nun denn, alles in allem war die SoFa doch geil und mit dem Versprechen der Sipplinge (auf der nächsten SoFa mehr zu wandern) in der Tasche können wir durchstarten ins nächste Land im nächsten Jahr….!