Inselbahn am Bahnhof in Corte
Auch die Nahrungszubereitung und -aufnahme nahm in dieser Zeit eine zentrale Rolle ein (kurz: Futter war wichtig)
Nachdem wir Ajacchio, die Hauptstadt Korsikas besichtigt hatten, trampten wir nach Corte, wo unsere Wanderung zuvor begonnen hatte. Hier verbrachten wir etwa drei Tage vor einer alten Wassermühle, die an einem wunderschönen, klaren Gebirgsbach (Restonica) lag, an dem es viele Felsen gab, von denen man in die tiefen Becken des Flussbettes springen konnte.
Weggefährten
Siesta
Müll-Abfuhr bei einer Refuge
See unterhalb des Gipels
Vor der Schutzhütte unterhalb des Gipfels
Gipfelfoto Monte Rotondo 2622 m
Pause vor den letzten paar hundert Höhenmetern
Geröllaufstieg Richtung Monte Rotondo
Kletterpartie
Sträucher-Labyrinth
Koschi-Abwaschen in der Restonica
Rückfahrt

Sippe Cayuga auf Korsika 1998

mit: Jochen, Tobi, Henning, Juli, Roman, Yves, Marcel, Lampe und Moritz W.

umgeschriebener Dia-Bericht vom Elternnachmittag 1998

Unsere fünfte Sommerfahrt ging nach Korsika. Wir wollten auf dem GR 20 (Le Grand Randonné) von Corte einer kleinen Bergstadt über den Monte Rotondo, den zweithöchsten Berg Korsikas nach Porto ans Meer laufen. Wir fuhren also durch Italien nach Livorno, wo wir in der Mittagshitze eine Stunde vom Bahnhof zum Fährhafen laufen mussten. Etwas durchgeschwitzt erreichten wir dann die Fähre, mit der wir nach Bastia fuhren. Nach vierstündiger Fährfahrt fuhren wir in den Hafen von Bastia ein - ein majestätischer Anblick. Dann ging es mit einer etwas klapperigen Inselbahn von Bastia nach Corte, wo wir uns ein nettes Schlafplätzchen an einer verfallenen Wassermühle suchten. An nächsten Morgen ging es nach dem Abwaschen los. Während der ersten Pause fiel Lampe eines der herausnehmbaren Brillengläser in den unter ihm fließenden Fluss, so dass seine 150 Marks-Brille für diese Fahrt ausfiel. Später ist ihm dann auch noch die eine Nasenstütze abgebrochen, so dass die Brille wohl nicht nur für diese Fahrt außer Gefecht war.

Auf dieser Höhe war es noch ziemlich heiß, doch in größerer Höhe wurde es noch recht frisch. Kleinere und größere Kletterpartien sowie Verlaufen im Sträucherdsungel waren inbegriffen.

Am dritten Tag folgte nach einem anstrengenden zweiten Wandertag der Gipfelaufstieg. Der Gipfel des Monte Rotondo liegt 2622 Meter über dem Meer. Nach einem Mittagessen in Suppenform in der Schutzhütte gleich unterhalb des Gipfels machten wir uns an den Abstieg.

Am Abend gab es ein Bad im etwa 200 Meter tiefer liegenden See. Die Temperatur des Sees orientierte sich an der Temperatur der Schneefelder in der Umgebung.

Einmal übernachteten wir auf dem Campingplatz einer Refuge. Hier konnten wir Klamotten waschen und unseren Müll loswerden.

Im ersten Dorf, das wir nach circa einer Woche Wanderung erreichten, gönnten wir uns jeder ein Magnum auf Gruppenkosten welches umgerechnet etwa 5 DM pro Stück kostete, doch wir dachten uns „Manchmal muss man Prioritäten setzen“.

Im nächsten Bergdorf kauften wir bei einem Fahrendenhändler zu nicht gerade Supermarktpreisen ein und gingen im Fluss schwimmen. Nachmittags machten wir wegen der großen Hitze öfter eine Siesta im Schatten der Häuser der Bergdörfer. Eines abends erreichten wir ein Dorf in dem uns ein Mann einlud in seinem Garten zu schlafen. Er Sprach Englisch und man merkte, dass er darauf auch ziemlich stolz war.

Etwas zwanzig Kilometer vor Porto erkrankte Marcel, so dass er mit einem Hubschrauber nach Ajaccio in ein Krankenhaus gebracht werden musste. Alle anderen übernachteten kostenlos auf einem kleinen Campingplatz und trampten oder fuhren mit dem Bus nach Ajaccio. Auf diesem Abschnitt haben wir sogar einen Kolibri gesehen.

Auf dem Campingplatz in Ajaccio wurde Roman auch noch krank, so dass wir nun zwei Leute im Krankenhaus hatten.

Nach dem Testen der Bade-Temperatur des Mittelmeers, der Erkundung der Stadt und Krankenbesuchen, auf deren Weg Tobi mehrere Male in die Schusslinie von Jägern geraten war, trampten wir in Zweier-Gruppen, nur Tobi alleine, nach Corte, wo wir nun noch drei Tage bei der verfallenen Mühle blieben. Wir verbrachten die Zeit mit Schwimmen in der Restonica, Essen und einem abendlichen Besuch in der Altstadt.

Nach Göttingen ging es wie auf dem Hinweg, nur dass wir einen zweistündigen Aufenthalt in Karlsruhe dafür nutzten einen Kaffee in einer Bäckerei zu trinken und uns anschließend Kuchen und Brötchen in größerem Ausmaß schenken zu lassen. Gut gestärkt ging es nach Göttingen...