Sommerfahrt der Gruppe Cherokee in den Bayerischer Wald 2004

Vom 8. bis zum 17. Juli 2004

1.Tag:

Wir haben uns um 7:00 getroffen, ein bisschen früh vielleicht, denn unser Zug ging erst um 9:07... . Wir hatten auch relativ schnell das restliche Gruppengepäck verstaut, sodass wir bereits nach einer Stunde aufbruchbereit waren. Wären wir doch bloß eine Stunde früher gefahren:

Gleich unsere erste Umsteigemöglichkeit wurde durch eine sieben-minütige Verspätung versaut. So mussten wir in Neudietendorf zwei Stunden warten. Wir hatten schon gebangt, dass sich unsere Fahrt um zwei Stunden verschiebt, aber zum Glück stiegen wir in einen Zug, der nach Plattling durchfuhr und wir somit eine Stunde Aufenthalt in Nürnberg umgehen konnten. In Plattling stiegen wir um in einen Zug nach Zwiesel. Dort angekommen erfuhren wir, dass Heute kein Zug mehr fährt. Nun mussten wir die Nacht am Bahnhof verbringen.

Zum Glück fanden wir einen netten Menschen vom Zwieseler Bahnhof, der uns unsere Tickets auch für den nächsten Tag gültig machte und den BGS informierte, damit wir nicht vom Bahnhof geschmissen wurden. Nach ein paar leckeren Knödeln konnten wir dann auch schlafen gehen.

2.Tag:

Um 9:00 Uhr fuhren wir nach Rosenau. An der Zugstation ließen wir noch ein wenig Energie ab und kämpften ein wenig mit Herkulesstauden. Wir frühstückten und machten uns kurz darauf auf den Weg zu unserem erstem Tagesziel: dem Rachelsee. Zuerst mussten wir einen Wald durchqueren, wurden da aber leider aufgehalten durch ein paar schöne Blaubeeren, die uns nett zulächelten, Nach einer dreivirtelstunde pflücken ging es dann endlich weiter. Auf dem Weg machten schon die ersten schlapp, jedoch erreichten wir nach einiger Mühe Oswald-Ridlhütte, wo wir einen Brunnen mißbrauchten und unter dem Maibaum Mittag aßen. Danach wanderten wir Richtung Guglüg und dann weiter in den Nationalpark. Unser Ziel war es, an der Rachelhütte zu übernachten, die sich dann als Touristenattraktion herausstellte: Es gab eine Bushaltestelle, ein Restaurant, eine Informationshütte und ein Haus für den Förster, das aber schon seit Jahren Heimat der Spinnen war. Wir machten es uns in der Informationshütte gemütlich, ganz zum Trotz des „Nächtigen Verboten“ Schildes.

3.Tag:

Wir standen um kurz vor 9 auf, gleichzeitig fuhr ein grüner Jeep vor und ein Ranger stieg aus. Er wies und noch mal auf das nächtigen Verbot hin und dampfte ab. Kurz bevor wir unsere Sachen zusammengepackt hatten kam noch eine Frau, die das allerdings nicht ganz so locker wie ihr Vorgänger sah. Auch sie belehrte uns noch mal, wollte aber auch Lennarts und meinen Namen wissen. Bei nochmaligem Vergehen drohte sie uns mit einer Anzeige. Schnell zogen wir weiter zum Rachelsee. Seit dem Aufstehen war der Himmel schon bewölkt gewesen. Am Rachelsee angekommen aßen wir Mittag und konnten uns ein schönes Naturspektakel anschauen, worauf es prompt anfing zu regnen. Wir suchten schnell Zuflucht in einer weiteren Informationshütte. Nachdem der Regen nachgelassen hatte sattelten wir wieder auf und machten uns, ganz gegen unseren Plan auf zum Parkplatz Gfäll. Da wir noch vor dem schlafen gehen aus dem Nationalpark wollten, wanderten wir bis tief in die Nacht, fanden jedoch die Schutzhütte nicht und schliefen letztendlich doch noch im Park.

4.Tag:

Wir wachten um 6:30 Uhr auf, damit uns kein Ranger mehr erwischte. Wir hüpften über einen Fluss in der Nähe und somit auch über die Grenze des Nationalparks. Da es noch seeeeeeehr früh war bauten wir die Kothe im Nieselregen auf und gammelten den Rest des Tages in der nassen Kothe.

5.Tag:

Nachdem wir vier Stunden, geplagt von kleinen, beisenden Insekten(Raspen), zum Packen brauchten bis wir aufbruchbereit waren konnten wir erst um zwei Uhr los. Unser Plan für Heute war: Wieder zurück zum Gfällparkplatz wandern und dann mit dem Bus nach Spiegelaus zu fahren. Dies war leichter gesagt als getan, denn durch den ewigen Regen & der Kälte waren alle sehr schlecht aufgelegt und demotiviert. So ziemlich alle unsere Sachen waren nass. Desweiteren hatte sich irgendetwas ausgebreitet: Vincent, Tim, David und ich hatten merkwürdige, juckende Blasen an der Händen.

Sobald wir aber im warmen Bus saßen ging es uns viel besser und die Launen stiegen. In Spiegelau suchten wir erst einmal einen Laden, und wir fanden ihn: Den Edeka. Nun deckten wir uns mit einpaar Konsumgütern ein und stärkten uns. Danach suchten wir wegen den Blasen an unseren Händen einen Arzt auf. Die Ärztin schmierte unsere Hände ein, verband sie und verschrieb uns Antibiotika. Sie vermutete, dass es eine allergische Reaktion auf die Raspenbisse war.

Nun fanden Lennart und Moritz einen Campingplatz in der Nähe, wo wir übernachten wollten. Gerade machten wir uns auf den Weg, als es schon wie gewohnt anfing zu regnen. Schnell zogen wir uns unter das Edekawarenanlieferungsdach zurück. Es kam die geniale Idee zu fragen, ob wir hier übernachten durften. Wir konnten es kaum glauben als Vincent und Mitja mit einer positiven Antwort zurückkamen. Nun wurde das E.W.A.D. zu unserem Eigentum erklärt.

6.Tag:

Die Nacht im E.W.A.D. war mehr oder weniger gut: Zum einen konnten wir im trockenen schlafen, zum anderen wurden wir bereits früh morgens von den Edekalieferanten geweckt. Dennoch standen wir gut erholt auf & prompt von einer Kassiererin zum Frühstück mit Brezeln und Brötchen eingeladen. Gut gesättigt machten wir uns auf den Weg nach Klingenbrunn zum Campingplatz. Die Wanderung dauerte nur kurz, sodass wir noch genug Energie hatten um mit ein paar Dorfkindern Fußball zu spielen. Auch die Sonne kam zum Vorschein, so ging es gut gelaunt weiter zum Campingplatz. Dort bauten wir eine 1a Kothe auf, die jedoch schnell von Innen vermüllt wurde. Die Kleinen zwitscherten ab nach Klingenbrunn um sich eine Pizza zu kaufen, während Lennart und Moritz unwissend unter der Dusche standen. Da es nun keinen Sinn mehr hatte noch etwas zu kochen holten wir noch mehr Pizzas

7.Tag:

Dieser Tag war, mit dem 6.Tag wahrscheinlich der schönste der Fahrt: Die Sonne kam ab-und-zu zum Vorschein und wir blieben vom regen verschont. Den Tag über sammelten wir neue Kräfte und ließen es uns gut gehen. Wir spielten ein paar Spiele, aßen Curry- oder Ketschupreis und ließen uns auf unser Lager nieder. Während des ganzen Tages mussten Timis und Vincents Verbände bestimmt sieben mal gewechselt werden.

8.Tag:

Als wir aufwachten hörten wir schon ein leises Tröpfeln auf den Kothenplanen. Ein Blick nach draussen verriet uns, was wir bereits angenommen hatten: Es regnete und alles war neblig. Wir gammelten noch ein paar Stunden in der Kothe ab, bevor wir uns aufbruchbereit machten. Die Sachen waren sogar recht schnell gepackt, sodass wir wieder um zwei Uhr loslaufen konnten. Die Kothenplanen waren nass und somit auch um einiges schwerer. Zum Glück für die Kleinen konnte Lennart mich überreden zurück nach Spiegelau zu fahren und von dort aus weiter nach Zwiesel zu fahren. Hauptargument war, dass uns so langsam die Verbände ausgingen, denn Vincents Verschleiß hatte sich nicht verringert. Wir schafften den Weg in einer halben Stunde und standen nun wieder vor dem Edeka. Wir machten uns sofort auf den Weg zur Praxis um unsere Hände nochmals kontrollieren zu lassen und um unsere Apo aufzufüllen. Am Edeka verschleuderten wir noch eine Menge Geld für halbe Hähnchen, Schweinehaxen und allerlei Backwaren. Nun, gut gesättigt wollten wir mit dem Zug nach Zwiesel. Doch am Bahnhof angekommen stellten wir fest, dass wir den letzten Zug um 18:19 Uhr um zehn Minuten verpasst hatten. Auf dem Plan stand noch ein weiterer Zug um 20:19, also warteten wir. Als wir dann jedoch um 20:25 auf dem Bahnsteig sehnsüchtig auf den Zug warteten, verriet uns ein weiterer, genauerer Blick auf den Plan, dass der 20:19er nur Freitags bis Sonntags fuhr. Jetzt mussten wir einen Schlafplatz finden. Eine Frau empfahl uns eine Halle der Gemeinde. Doch kaum waren wir da und hatten es uns gemütlich gemacht, als wir schon verscheucht wurden. Nun war es schon spät und alle waren sehr müde, da wir schon den kuscheligen Schlafsack gespürt hatten. Wir entschieden uns dafür zur Bushaltestelle neben dem Edeka zurückzulaufen und dort Nachtwache zu schieben.

9.Tag:

Die Nacht überstanden wir recht gut, es regnete nur einmal kurz, aber das war nicht weiter schlimm. Um halb sechs konnten Lennart und Ich einen enormen Sonnenaufgang hinter einer dicken Nebelwolke nicht bewundern. Um sechs besuchte uns ein Ranger, aber zum Glück hatte er Verständnis für unsere missliche Lage. Wir packten schon recht früh unsere Sachen, frühstückten und liefen zum Bahnhof um von dort aus nach Zwiesel zu fahren.

Es war schon länger im Gespräch die Fahrt einen Tag früher zu beenden, da wir sonst nur in Zwiesel abgegammelt wären. Nun war es beschlossene Sache; wir ließen uns eine Verbindung raussuchen, kauften die Tickets und ab ging es nach Hause.

In Göttingen erfuhr Lennart dann, dass die Blasen an unseren Händen nicht von den Raspen stammten, sondern von dem Saft der Herkulesstaude, der zusammen mit Sonnenlicht Verbrennung bis zum 3. Grad verursachen konnte.

Keep away from Herkulesstaude!