Sommerfahrt der Agaporniden 1993 nach Nordtirol

Am 1. Ferientag ging es frisch , fromm, fröhlich, frei vom Göttinger Bahnhof los auf Fahrt. Ziel war die Grenzstadt Mittenwald, von wo aus wir über die Grenze nach Seefeld in Nordtirol wandern wollten. In Mittenwald empfing uns ein Spitzenwetter und unangenehm hohe Berge. Nachdem wir uns noch schnell etwas Brot gekauft hatten, ging es los Richtung Österreich, das wir noch an diesem Tag erreichen wollten. Kaum kamen wir an den ersten Fluß, musste Pause gemacht werden, um einige Affen noch mal richtig einzustellen. Trotz leichter anfänglicher Schwierigkeiten den richtigen Weg zu finden, erreichten wir doch noch vor Dämmerung die Grenze, die durch zwei Holzpflöcke im Wald markiert war. Hier setzte ein Rennen ein, wer als erster die Grenze überqueren würde, was aber unentschieden endete. Kurz hinter der Grenze fand sich ein netter Lagerplatz, der auch gleich in Beschlag genommen wurde.

Tags darauf hieß es früh aufstehen, denn wir wollten noch bis zum Fuß des Scharnitzjochs. Kaum waren wir losgelaufen, kamen wir zu dem richtigen Grenzübergang; dort sagte uns ein netter Polizist, dass auf dem Scharnitzjoch noch Schnee liege, und dass wir eine Kletterausrüstung bräuchten, um es zu besteigen. Unbeirrt jedoch liefen wir weiter aufs Joch zu; immer entlang des Leutasch und noch bei Sonnenschein. Kurz vor dem Fuß des Joches angelangt schlugen wir unsere Kohte auf und badeten erst einmal im Leutasch. In der Nacht fing es dann aufeinmal höllisch zu regnen und zu gewittern an, so dass unsere Kohte Leck schlug. Als wir unsere Kohte dann am Morgen abbauten war von dem Gewitter nicht mehr viel zu hören, außer einem entfernten Grollen.

Als wir uns auf den Weg machten, kehrte das Gewitter zurück und wir konnten nur hoffen, dass es aufhörte, bis wir den Aufstieg begannen. Es wurde auch langsam wieder schwächer, so dass wir den über 1000 m hohen Aufstieg wagten. Kurz unter der Baumgrenze wurden wir jedoch von dem Gewitter eingeholt und es begann gewaltig zu regnen. Wir beschlossen also wieder umzukehren. Der Abstieg wurde mehr Gerutsche als ein Wandern. Besonders der Topf wurde da eine unerträgliche Last. Doch schließlich erreichten wir ein Haus mit einem großen Vordach, wo wir unser Frühstück nachholten. Anstatt noch über die niedere Mulde zu laufen machten wir uns auf den direkten Weg nach Telfs, wo wir unseren ersten Lagertag machen wollten.

Einen Tag später erreichten wir nach einer 17 km langen Wanderung Telfs, wo erst mal alle in den Supermarkt rannten und sich Schokolade kauften. Zurück in der Kohte ließen einige besonders schlaue Leute ihre Schoki auf dem Boden liegen, die bald völlig mit Ameisen übersäht war. Wir wuschen sie ab und hängten sie an den Zaun. An sich wollten wir ja in Tels Lagertag machen, doch der Ort und der Lagerplatz sagte uns nicht besonders zu so dass wir uns dazu entschlossengleich weiter nach Mösern bei Seefeld zu laufen.

Das einzige besondere auf dem Weg nach Mösern war ein tolles Cafe mit noch tollerem Eis und ein Spielplatz auf dem Ziegen frei herumliefen, mit denen erst mal ausgiebig gespielt wurde. Kurz vor Mösern wurde der Weg noch mal sehr Steil, doch dann war auch das geschafft. Da die Bauern ihre Wiesen noch nicht gemäht hatten, konnten wir nicht wie geplant auf einer solchen Wiese lagern, sondern mussten unsere Kohte in einem Waldstück bei einem See aufbauen, dass der Gemeinde gehörte. Die „Camping verboten“ Schilder wurden aus Versehen übersehen.

Von hier aus machten wir uns ohne Gepäck nach Seefeld auf, um uns dort mit Lebensmitteln zu versorgen und das olympische Schwimmbad zu „besichtigen“. Nebenbei sahen wir uns noch das berühmte „Seekirchl“ an. Am 2. Tag in Mösern machten wir uns an die Besteigung der Seefelderspitze. Leider war es sehr nebelig und kalt. An einigen Stellen konnte man den Vordermann sehen. Auch ein kleine Abkürzung durch ein altes Flussbett konnte die allgemeine Unsicherheit nicht vertreiben. Doch wir hielte durch und schafften den Gipfel nur um dort ein nebliges Gipfelfoto zu schießen.

Von Seefeld aus fuhren wir am Samstag nach Innsbruck. Nachdem die Kohte aufgebaut war, besorgten wir uns noch schnell Lebensmittel und verbrachten den Rest des Tages mit Duschen und Kleider waschen. Am Sonntag hieß es erst mal Innsbruck besichtigen. Als erstes gingen wir in den Berg Zoo, wo wir einige sympathische Tiere entdeckten. Dann besichtigten wir das „weltberühmte“ goldene Dacherl, doch was daran so toll sein sollte erschloß sich uns nicht ganz. Am Schluss liefen wir noch zu dem Winter-Olympiastadion Innsbrucks wo die Skischanze stand, für die Gruppe war dass wohl die größte Attraktion Innsbrucks. Montagmorgen machten wir uns dann auf die Heimfahrt von einer sehr lustigen und abwechslungsreichen Fahrt auf der sich die Gruppe wohl erst richtig kennen gelernt hat.