Herbstfahrt 1993 zum Rennsteig/Thüringen

An einem regnerischen Herbsttag fanden wir uns am Bahnhof ein um auf Herbstfahrt zu gehen. Nach einer finalen Fahrt mit einem Klapperbus landeten wir im Regen in Fridrichroda und machten uns auf dem Weg zum Rennsteig. Während des leichten Aufstieges zum Rennsteig sahen wir eine gemütlich erscheinende Schutzhütte, doch wir ließen und nicht in Versuchung führen und liefen weiter mit durchsüfften Jujas. Mit der heraufziehenden Dunkelheit fanden wir einen Lagerplatz im Wald, dem wir nicht wiederstehen konnten. In der kleinen Schutzhütte wurden die ersten Kochversuche gestartet, während der Rest Holz sammelte oder versuchte eine Doppelkohte mit 7 Planen aufzubauen. Einer der Agaporniden hatte seine vergessen. Mit Hilfe einiger Poncho-Implantate gelang es uns sogar diese „Klohte“ zu errichten. Mit Müsli gestärkt ging es am anderen Tag los in eine Nebelbank, die sich aber mit der Zeit verzog. Dafür kamen Touris, die begannen, denn Rennsteig zu bevölkern. Im Laufe des Tages verzogen sich die Wolken sogar, und hier und da konnte man gar einen Lichtblick entdecken, der aber genauso schnell verschwand wie er kam. Langsam näherten wir uns dem Ziel der Wanderung, der Wartburg. Manchmal konnte man sie schon in der Ferne erspähen. Auf einigen Umwegen drangen wir soweit zu ihr vor, dass es am nächsten Tag nur noch 1 ½ std. Weg seien würden. Die Nacht verbrachten wir in einer mehr oder weniger regendichten Klohte auf dem Grundstück eines Försters, der uns über Nacht noch seine Katze „überlieߓ. Sie wanderte von einem Schlafsack zum anderen und wurde bald ärgerlich rausbugsiert. Nach einigen gescheiterten Versuchen die Klohtenbahn zu besteigen verließ sie uns dann auch. Der nächste Morgen wurde noch mit etwas Milchreis begangen, der vom Abend übrig war und schon ging es auf zur Wartburg, die uns dann im Sonneschein empfing. Nach der üblichen Führung verabschiedeten wir uns von der Wartburg noch mit einem kleinen Liedchen vor dem Tor und liefen dann zum Bahnhof Eisenach, wo auch gleich ein Zug auf uns wartete, mit dem wir das sonnige Thüringen verließen.

Tobi Körner