Sommerfahrt der Gruppen Yakima und Tuscaroa

Schön, oder?
Juhuuu!!! Ich bin der größte!
Das Bild erschließt sich bei Beachtung des Schildes
Endlich Paus! Aber wo geht es lang?

 

 

Am Sonntag den 13. Juli .2003 trafen sich die Gruppen Yakima und Tuscaroa und ihre Gruppenleiter und, nicht zu vergessen Jochen um gemeinsam ihre Sommerfahrt nach Italien zu starten.

Erst einmal hieß es Zug fahren, Zug fahren und noch mal Zug fahren, das Ganze dauerte genau 19 Stunden, bis wir dann nach einem kleinen Zwischenfall in Bolzano, wo wir einen Zug später fahren mussten, da die Kollegen von der Deutschen Bahn uns nicht verraten hatten dass man für diesen Zug eine Reservierung braucht. Da der nächste Zug erst um null Uhr und fuhr, machten wir es uns gemütlich und schliefen ein wenig.Um zwei Uhr waren wir dann endlich in Rovereto an gekommen. Den ersten Satz den wir zu Stande bekamen war: „Alter ist das warm hier.“ Dann suchten wir uns einen geeigneten Schlafplatz, auf einem kleinen Grünstreifen am einem Fluss, und legten uns schlafen. Um ca. vier Uhr morgens wurden wir plötzlich alle schlagartig von einem unglaublich brutalen Platzregen geweckt. Nachdem der erste Schock überwunden und wir wieder einigermaßen denken konnten, wurde uns langsam klar dass das Wasser, welches da vom Himmel kam gar kein Regen war, sondern die Bewässerungsanlage des Parks. Im Nu waren alle Klamotten aus dem Ort des grausamen Regens geborgen und auf dem Geländer der Promenade zum Trocknen aufgehängt. Unglückliche Zufälle ereignen sich ja in der Regel schnell hintereinander oder besser gesagt wenn man sie gerade überhaupt nicht gebrauchen kann, und so kam es das die örtliche Polizei am anderen Ufer des Flusses mit ihren „coolen“ Scheinwerfern zu uns rüber leuchteten und anschließend noch dicht hinter unserem „Lagerplatz“ lang fuhren, und uns einen gehörigen schrecken einjagten. Dank der Hitze diese Landes waren die Sachen auch schon schnell wieder trocken, so dass wir uns eine halbe Stunde nach dem Unglück schon wieder in unsere Schlafsäcke verkriechen konnten.

Juli

 

Des Wandern ist des Müllers Lust...

 

Als wir um 8.00 Uhr aufwachten waren die Straßen um uns schon voll Leben Autos fuhren hupend, wie es in Italien halt so üblich ist an uns vorbei, die Kinder der Zigeuner, die mit ihrem Wohnmobil direkt hinter uns übernachtet hatten, spielten fangen und ärgerten ihren Hund, in dem sie ihm mit Stöcken in den Po stachen. Dies ließ uns das zum Anlass nehmen, aufzustehen, unsere Sachen zu packen und die Wanderung anzutreten.

Zu erst ging es an dem besagten Fluss endlang Richtung Westen wo die großen Berge auf uns warteten. Nach etwa 1 ½ km überquerten wir die Rio Retho und machten uns am anderen Ufer an den Bergen zu schaffen. Der Wanderweg war ein kleiner Fußpfad der sich zwischen Weinfeldern in Serpentinen den Berg hinauf schlängelte und am Ende auf eine kleine Landstraße überging. Das Wandern war nicht gerade das aller angenehmste, da es ziemlich heiß war, oder präziser ausgedrückt: es war schweineheiß.

Da Chrische plötzlich starke Bauchschmerzen bekam, machten wir es uns unter den Weinreben bequem. Den Meisten kam das sehr recht, da sie sich niemals hätten eingestehen können dass sie auch schlapp waren, und gerne eine größere Pause gemacht hätten. Chrische machte es sich auf seinem Schlafsack bequem und schlief nach kurzer Zeit ein, die anderen vertrieben sich die Zeit mit Karten spielen oder lesen. Am späten Nachmittag machten wir es uns wieder auf den Weg. Diesmal ging es die Straße weiter bis wir zu einem kleinen Ort kamen. Hier füllten wir unsere Wasserflachen auf und aßen zu Nachmittag. Als wir unseren Hunger gestillt hatten, ging es weiter. Gegen acht Uhr suchten wir uns in einem Wäldchen, wo wir uns vor nächtlichen Störfaktoren sicher fühlten, einen geeigneten Platz für die Nacht. Nach einer schönen Abendrunde ging es in die Schlafsäcke auf die wir uns schon den ganzen Tag gefreut hatten.

Juli

 

Durch Wiesen, Wäldchen und südliche Dörfer

 

Wir wurden durch die unerträgliche Hitze am nächsten Morgen geweckt. Die Hitze stand nur so in der Kohte und wenn man Luft essen könnte, hätten wir uns jetzt eine warme Malzeit gönnen können, statt dessen aßen wir Müsli mit Wasser und Milchpulver.Dann machten wir uns mit vollen Mägen auf den Weg. Dieser führte uns in Schlangenlinien durch bewaldetes Gebiet den Berg hinauf. Gegen Mittag, als die Sonne am höchsten stand, kamen wir zu einem unbewohnten Haus, an dem eine Terrasse war, die uns gerade recht für eine ausgiebige Mittagspause geeignet erschien. Also machten wir es uns gemütlich, ernteten zwei leckere Zucchini, die wir anschließend zu leckeren Zucchini Scheiben,n Öl gebraten und gewürzt, verarbeiteten. Als es dann endlich weiter ging machte sich Protest in der Gruppe breit, da keiner über den Monte Biaeno wandern wollten. Nach langem Klagen und Jammern gaben die drei Gruppenleiter dann doch nach und so gingen wir um den Berg herum.

Juli

 

Mit Blick auf den Gardasee

 

Heute wanderten wir bis nach Torbole, von wo aus es dann in das richtige Hochgebirge des Gardasees, dem Monte Baldo Massiv, ging.

Nach dem Frühstück machten wir uns auch schon schnell auf den Weg da wir es noch ein ordentliches Stück nach Torbole hatten. Am Mittag stellten wir dann fest, dass wir doch schneller als gedacht waren und so machten wir uns ohne Gepäck auf den Monte Creino, von wo aus wir eine bezaubernde Aussicht auf den Gardasee und die davor liegende Landschaft genossen. Auf dem Rückweg kamen wir an einem Kartoffelfeld vorbei wo wir uns ganz spontan ein paar Kartoffeln ernteten und am Abend zusammen mit den restlichen Zucchini und ein paar Möhrchen eine gar göttliche Suppe kochten. Zuvor ging es jedoch noch einmal so richtig Baden und Waschen im Gardasee. Dann sprach uns ein Italiener, der auch einmal Pfadfinder war, an wo wir denn schlafen würden. Da wir das noch nicht so genau wussten, zeigte er uns einen nahegelegenen Olivenhain in dem wir übernachten konnten.

Juli

 

Post aus Italien

 

Um sechs Uhr früh, fing Juli an loszuschreien, weil er ein paar Regentropfen spürte. In aller Eile packten wir unsere Sachen zusammen, doch gerade als wir die Schlafsäcke eingepackt hatten, hörte der Regen wieder auf, deswegen legten wir uns wieder hin und genossen noch eine Stunde Schlaf. Dann kam der Mann der uns eine Hütte in den Bergen beschaffen wollte, doch wie erwartet klappte es nicht. Doch dafür gab er uns noch ein paar Tipps für den Weg auf den Monte Altissimo. Als der Mann dann mit einem Motorrad (Motorroller) weg fuhr, legten wir uns noch mal hin. Dan frühstückten wir gingen noch mal einkaufen und an den Strand. Dort badeten alle, bis auf Juli und Paul, Jonas und Moritz, die säuberten die Boje.

Juli und Paul gingen Trinken holen, und der Rest genoss nur das Wasser und die Sonne. Nach dem wir dann alles getrunken hatten, gingen einige los Postkarten kaufen und fast alle schrieben sie dann auch gleich und schickten sie ab. Bis auf Joschy, der es für nötig hielt in den Supermarkt zu laufen und dadurch nicht alle Briefe schreiben konnte und Stress schob. Doch als er endlich alles eingepackt hatte und auch Paul seine Schuhe geschnürt hatte, gingen wir los. Die ersten Anstrengungen begannen mit 3700 Stufen, die wir erklimmen mussten. Am Ende der Treppen wurden wir mit einem kleinen Trinkwasserbrunnen belohnt.

30 Höhenmeter weiter bot uns eine Frau ihren Gartenschlauch zum Duschen an. Dann legten wir eine lange Mittagspause ein weil Jonas Bauchschmerzen hatte und nicht mehr weiter wandern konnte. In der Pause kochten wir uns einen Pudding und aßen Brot. Als es Jonas wieder besser ging, ging es weiter, nach etwa 300m verließen wir die Straße und folgten dem Wanderweg der jetzt immer steiler wurde und über den kahlen Felsen ging. Da Jonas wieder Bauchschmerzen bekam und wir uns nicht noch eine große Pause leisten konnten, da wir noch bis zur nächsten Quelle mussten, nahm Joschka noch Jonas Rucksack. Als dann Chrische auch Bauchschmerzen bekam, musste Juli Chrisches Rucksack nehmen. So kamen wir langsam den Berg, der sich unendlich hinzog, hinauf. Beim Einbruch der Dämmerung erreichten wir eine Straße die laut Karte noch zwei Bögen bis zur Quelle machte - ca. 2km. Da alle des Wanderweges satt waren, wählten wir die Straße. Dank der „genauen“ Wanderkarte freuten wir uns das wir schon nach der nächsten Kurve bei der Quelle sein müssten, jedoch wenn wir um die Kurve kamen war da wieder eine Kurve und wieder eine Kurve. Irgendwann kam dann doch noch die erhoffte Kurve, Erleichterung machte sich breit und alle waren froh nun endlich da zu sein.

Als die Kohte stand und wir gegessen hatten, sangen wir noch ein paar Lieder und schliefen in der Hoffnung ein, dass der Weg morgen nicht so anstrengend wird wie der von heute.

Luky

 

 

Auf zum Monte Altissimo

 

Wir wachten am nächsten Morgen spät auf (9.30h). Nach einer langen Wasch-, Frühstücks- und Aufwachzeit merkten wir, dass es schon 13 Uhr war. Joschy wusch sein Koschi in der Quelle, wobei er das Schmutzwasser wieder in die Quelle goss und nicht wie alle anderen etwas weiter weg weggoss. Dadurch war das Wasser mit etwas Müsli versetzt, aber nach einige Zeit waren die Reste weggespült.

Kurz nach 13.30 Uhr wanderten wir los, wir wanderten eine lange Zeit auf dem Wanderweg worüber sich Chrische sehr dolle aufregte, da er meinte auf der Straße schneller zu sein. Also gingen wir Straße, schneller waren wir zwar dadurch nicht, aber immerhin konnte Chrische nicht mehr meckern. Nach einiger Zeit sahen wir 15 bis 20 Fahrräder am Straßenrand, und fünf Min. später trafen wir auf die Besitzer der Räder. Es waren alles Jugendliche in unserem Alter, die uns auf Deutsch anlaberten ob wir ihre Räder gesehen hätten. Wir sagten ihnen wo sie stehen und Joschy wollte gleich die Telefonnummer von einen der Mädchen haben. Einige Meter weiter machten wir Mittagspause. Danach ging es ziemlich flott auf den Monte Altissimo. In einer kurzen Pause kurz vor dem Gipfel waren wir in ca. 3m in den Fels ragenden Löchern, was eigentlich ziemlich langweilig war. Doch Joschy meinte dass es große Höhlen waren, welche unbedingt im Tagebuch erwähnt werden müssten. Auf dem Gipfel gingen wir in ein Restaurante, wo wir 8 Stücke Kuchen, 1 Liter Apfelsaft und 1 Liter Wasser bestellten. Das alles zusammen machte „nur“ 27,90 €. Was unsere Schätzungen nur ca. 17 € übertrafen. Nach dem Snack bauten wir die Kohte auf und kochten Nudeln. Dann schauten wir uns noch die Sterne an und legten uns danach schlafen.

Luky

 

Brot auf Fahrt

 

Heute Morgen sind wir um ca. 10.30 Uhr aufgestanden. Wir packten unsere Sachen und wanderten ohne Frühstück los. Nach langem Wandern an den Steilkanten entlang (was ich gar nicht mochte , weil ich Höhenangst habe) kamen wir über einen sehr steilen Wanderweg ins Tal, wo wir alle das erste Mal etwas am Tag aßen (Haribo). Nur Joschy, der hatte schon den Rest Nudeln am Morgen gegessen und hatte deswegen nicht mehr so großen Hunger. Als wir eine Zeit gewandert waren, kamen wir zu einem Restaurante, wo Joschy sich gleich mit den Kindern der Wirtin unterhielt. Er fragte das Mädchen wie sie heißt und wie alt sie ist und wie ihre Telefonnummer ist. Auf die ersten beiden Fragen bekam er eine Antwort, auf die dritte Frage nicht. Dann holten wir Wasser und wanderten weiter. Nach ca. 1km machten wir eine Pause, wo es Müsli und danach Klöße mit Jägersoße gab. Jochen ging nach dem Essen zurück zum Restaurante und holte Wasser. In der Zeit packte Juli ein paar Steine in Jochens Rucksack, weil wir meinten das Jochen zu wenig zu tragen hat. Kurz darauf kam

Jochen mit Wasser wieder und wir konnten weiter wandern.

Wir wanderten bis auf den nächsten Berg, wo es auch überall Kühe, Schafe und Pferde gab. Bei einem Bauern konnten wir Ziegenkäse und echte Milch kaufen. Es ging dann bis auf die Spitze des Berges, wo es mehrere Seilbahnen und Skilifte gab. Ca. 1km weiter bauten wir in einer Vertiefung unsre Kohte auf und machten Feuer. Juli versuchte sich mit dem Brotbacken, was ihm auch eigentlich sehr gut gelang es, war nur ein bisschen angebrannt. Zum Abendbrot gab es natürlich leckeres Brot mit Käse. Dann wurde noch eine zeitlang gesungen. Einige gingen dann schlafen, der Rest trank Tee mit Milch und Zucker, sangen noch ein paar Lieder und gingen dann auch schlafen.

Luky

 

 

Von der Seilbahnstation zum Telegrapho

 

Am Morgen wurde ich von der Sonne geweckt, die direkt neben mir auf die Kohte brannte. Langsam wurden auch ein paar der Yakima wach. Paul und Moritz entdeckten, dass sie sich in Kuhfladen befanden, was sie nicht besonders begeisterte. Als ich eine Kohtenplane anhob, sah ich, dass die Lifte sich bewegten und Scharen von Touris auf den Weg bergauf machten. Dies -Touris auf Wanderschaft- hatte ich nicht erwartet. Nachdem die Kohte aufgeklappt war, sahen wir, dass sie schon nach kurzer Zeit abdrehten und langsam von der anderen Seite wieder durch die Kuhle, in der wir uns befanden, zurück zum Lift bewegten. Nach einem schnellen Frühstück ging's los uns auf die Wanderung vorzubereiten. Juli machte sich mit Jonas, Paul und Christian auf, Wasser von der Liftstation zu holen. Lukas, Moritz, Joschka und ich blieben zurück um das Material zusammenzupacken und die Lagerstelle so zu gestalten, dass man nicht sah, dass hier jemand, oder sogar 8 Leute, übernachtet hatten. Während Moritz es vorzog sich auf einen Felsbrocken zu setzen und besondere Mangas anzugucken und auf Handlungsaufforderung maulende Antworten abzugeben, konnte auch Lukas es nicht lassen sich der fast jeglicher Mithilfe zu entziehen und ein wenig zu meckern oder stressen. So machten Joschka und ich uns dran, den größten Teil des Gepäcks zu ordnen und danach unsere Feuerstelle unkenntlich zu machen. Danach konnte Joschka es nicht lassen, immer mehr Steine auf der ehemaligen Feuerstelle aufzuschichten. Nach anfänglichem Unverständnis, wurde auch mein Ehrgeiz geweckt einen riesigen Steinhaufen zu erschaffen. So wuchs der dieser Steinhaufen immer weiter an, je länger der Wasserholtrupp wegblieb. Nachdem wir losgewandert sind bekam Jonas Bauchschmerzen und auch bei einigen anderen trat aufgrund der brennenden Sonne zu Unwohlsein auf (Warum zieht man sich auch nicht seinen Sonnenschutz auf, wenn man ihn so oder so rumschleppen muss???). So errichteten wir nach einiger Zeit, aber noch vor Mittag, einen Sonnenschutz direkt am Rand des Wanderweges aus Ponchos. Joschka und Lukas verschlug es ein Stück den Hang runter 1-2 Kohtenbahnen über die Sträucher zuwerfen. Wir vertrieben uns die Zeit mit Kartenspielen und Lesen. Als die heißeste Zeit vorüber war ging es weiter. Auf dem ersten Gipfel steckte als Markierung nur ein kleiner Stock in einem kleinen Steinhaufen. Danach wurde der Weg sehr steil und eng oftmals mit losen Felsbröckenchen. Es gab aber auch Stellen, die zum Klettern waren. Dann kam glücklicherweise ein, wenn auch enger und teilweise steiler, schotterähnlicher Weg. Nach einiger Zeit verschwanden die Sonnenstrahlen hinter dem Kamm und es wurde sehr kühl. Wir waren auf dem Weg zum Telegrapho, das Ziel der heutigen Strecke. Während des Kartenstudiums bemerkten wir, dass der Telegrapho doch nicht der höchste Gipfel des Mt. Baldo war, sondern noch ein anderer ein paar Meter höher war und der Wanderweg nicht über ihn führte. So untersuchten wir alle Wegähnlichen Stellen, ob sie zum höchsten Gipfel führen könnten. Dies verlangsamte unser Wandertempo zusätzlich und als wir schließlich die "Auffahrt" fanden, mussten wir unser Mittagessen nachholen. Ein Umweg über den Gipfel schien uns doch zu lange zu dauern und so wanderten wir auf dem nun ebenen Gebirgsweg weiter Richtung Telegrapho. Als wir ihn erreichten wurde außer dem Gipfel auch das Gipfelkreuz erklettert, so dass uns zum höchsten Punkt des Mt. Baldo nur noch wenige Meter trennten. Danach ging es in eine Hütte, wo wir für 2 Flaschen Wasser 5 Euro zahlen durften. An diesem Ort wollten wir dann doch nicht bleiben und beschlossen bis zur Dämmerung (wir waren nun auf der Sonnenseite) weiter zuwandern. Hinter einem Vorsprung entdeckte ich ein gut verpacktes Motorrad, welches einige als Ausrede für eine Pause nutzten. Auf einem halbwegs ebenen Stück ohne Felsbrocken bauten Christian und ich die Kohte auf. Als das Gewitter auf der anderen Seite des Sees immer stärker wurde, wollten die anderen dann doch auch in der Kohte schlafen. Als Abendessen wurde von einigen Müsli konsumiert.

Jochen

 

 

Der Weg bis nach Caprino

 

Morgens wurden wir durch den Krach eines 2-Takters geweckt, der mehrmals mit Vollgas um unsere Kohte knatterte, um auch wirklich alle auf zu wecken. Die letzten Wasserreserven wurden für das Frühstücksmüsli verbraucht. Auf der Wanderung kamen uns erstaunlich viele Touris entgegen, dies klärte sich als wir einige Kurven weiter eine Seilbahn unter Volllast entdeckten. Wasser bekamen wir dort jedoch nicht. So machten wir uns auf, nach Caprino zu laufen und mit einem bisschen Glück einige Quellen unterwegs zu finden. Wir wanderten auf dem Kamm weiter, der uns einen wundervollen Blick sowohl auf den See, als auch auf das Hinterland zu werfen ermöglichte. Der Pfad mündete auf eine Art Feldweg und dieser führte irgendwann links runter in ein eingezäuntes Weidegebiet. Der Weg auf der Karte sollte aber rechts runter führen und so zogen wir erst einmal ein Stück grade aus durch Buschwerk und trockenes Gestrüpp. Wir entdeckten einen befahrbaren Weg weiter unten und daraufhin ging es den Hang hinunter. Dem meist schattigen Weg folgten wir lange Zeit, bis wir irgendwann Markierungen an einem

Baum fanden, die uns immer weiter ins verwachsene Dickicht führten und uns irgendwann auf eine vertrocknete Graslandschaft entließ. Dort fanden wir nach einiger Zeit eine Kuhtränke, doch die Wasserqualität hielt uns ab das Wasser zu trinken. Der Wanderweg führte uns abwechselnd durch Wald und über trockene Weiden. Irgendwann erreichten wir ein schattiges Plätzchen neben einer eingezäunten Weide mit Kuhtränke. Dort machte sich Lukas die Multitool-Zange zunutze und öffnete ein Ventil des Wasserschlauchs. Endlich gab es genug Wasser. Nach einer Brotzeit-Stärkung ging es weiter Caprino entgegen. Die lag nicht mehr fern. Doch der Weg führte den Steilhang in unendlich langem Zickzackkurs hinunter. Als wir dann am sehr späten Nachmittag Caprino erreichten, wussten wir nicht genau, wohin wir gehen sollten, doch durch Zufall entdeckten wir eine große Obstplantage nur 1-2 Minuten vom Stadtkern entfernt. Nachdem wir ein wenig für das Abendessen eingekauft hatten wurde eine 13kg Wassermelone angeschnitten. Nach einigem Gemäkel, warum wir die Wassermelone nicht gleich achteln, schafften die meisten nicht einmal ihr 16tel. Vollgestopft mit Wassermelone ging es zurück zum Lagerplatz. Viele begannen ihre Schlafsäcke auszubreiten. Nach dem Essen suchte ich mir, weil alle Klopapierrollen unterwegs waren, ein Café in der Stadt. Im Hintergrund donnerte ein heftiges Gewitter auf dem Berg und sorgte für schöne Lichteffekte. Kaum ärgerte ich mich, dass meine Kamera noch am Lagerplatz ist, fing ein Wind an durch die Straßen zu jagen. Kurz darauf peitschten Regentropfen durch die Luft. Aus allen Cafés kamen Leute gerannt um ihr Dachfenster oder Cabrioverdeck zu schließen. Der Regen hielt nicht lange an. Auf die Regentropfen folgten erst Hagelkörner die immer größer wurden. Nach einiger Zeit rasten faustgroße Hagelbrocken durch die Luft. Nun kamen noch mehr Leute auf die Straße, um ihr Auto in Sicherheit zu bringen. Als ich wieder zum Lagerplatz gelangte, war alles außerhalb der Rucksäcke komplett durchnässt. Doch auch die Rucksäcke hielten nicht alles ab, einige meiner Sachen waren ebenfalls nass. Nachdem wir heißen Pudding gegessen hatten, legte sich jeder, so trocken wie möglich, schlafen.

Jochen

 

Der Schrei nach Liebe

 

Wie gesagt unsere Pausen: die Meisten sind völlig im Eimer, da sie von dem ja so schweren Gruppengepäck völlig überbelastet sind, außer Luky, der so gut wie kein Gruppengepäck hat und dazu noch total hyperaktiv ist, beeindruckt das in keinster Weise, im Gegenteil er versucht sie noch alle möglichst stark zu nerven.

Das macht er in dem er mit kleinen Steinen um sich wirft, die meisten interessiert das überhaupt nicht, da sie so sehr mit ihren Blasen und anderen Leiden beschäftigt sind. Luky hat es auf eine Person besonders abgesehen, auf Joschka. Seinen Nervattacken sind jedoch nur Vorboten seinen sexuellen Triebe. Hier ist zu sagen das Luky nicht schwul ist, sondern durch seine nur natürlichen männlichen Triebe ( Hormone) gesteuert wird, er ist sozusagen „Hormongesteuert“. Man sollte ihm das in keinster Weise übel nehmen, da er gerade eine sehr schwere Phase seines Lebens durchlebt (die Pubertät). Luky hat sich Joschka auch nur als Opfer gewählt, da er sich mit Joschka besonders auskennt und weiß das er leicht zu haben ist. Also, durch seine Nervattacken lenkt er zunächst die Aufmerksamkeit auf sich und kann dann mit Programm 2 fortfahren. Programm 2 sieht so aus, dass er mit möglichst erotischer Stimme, die Luky auf jeden Fall besitzt, nicht nur weil er gerade im Stimmbruch ist sondern auch weil sie so weich und sexy vom Mund kommt, Joschy zu betören. Joschy, jetzt Joschy damit die spannungsgeladene Stimmung noch mehr rüberkommt, geht ein Kribbeln durch Mark und Bein, seine Knie werden weich und er zittert vor Erregung. Luky der das mit scharfen Blicken beobachtet, setzt gleich noch einen drauf und sagt in einem sanften Ton „du geile Sau“. Joschy der noch mit seinen Gefühlen kämpft, weiß sich nicht besser zu wehren, als mit den Ohren zu wackeln. Eine unerträgliche Stille folgt, in der man das Arbeiten beider Gehirne hätte hören könne, und beide schauen sich etwas verlegen an. Diesmal ist es Joschy der das Wort ergreift um die drückend peinliche Situation zu retten, und sich vor den Anderen wieder in ein besseres Licht zu rücken, er sagt mit einer ganzen Menge Ironie, soweit man hier von Ironie sprechen kann „Ich liebe nur meine Freundin Joana, und ich würde sie niemals mit dir betrügen“. Wie gesagt diese übertrieben Ironie macht Luky ganz schön zu schaffen, der Schweiß läuft ihm die Stirn herunter, sein ganzes Gesicht wird kreidebleich. Da Luky mit so etwas nun wirklich nicht gerechnet hat. Der Grund warum es mit Luky plötzlich so steil bergab ging, lag lediglich daran dass er, selbst wenn er in normalen Situationen noch so viel Spaß versteht, ist er bei solch wichtigen Gesprächen recht empfindlich.

Die Sache mit Joanna hat nämlich einen Hintergrund, der sich darauf beruht das Joanna mal etwas von Luky wollte, jedoch als sie merkte das Luky ...ist (ich meine hier nicht Schwul) sich einfach Joschy krallte.

Luky atmet kräftig durch, fasste kurz neuen Mut und sagte „das mit Joana ist sowieso nichts Richtiges, die nutzt dich doch nur aus“

Darauf hin springt Joschy völlig empört auf und schreit Luky an „jetzt reicht’s mir du Sau zum ersten heißt die nicht Joana sondern Joanna und außerdem verarscht die mich nicht“.

Luky hat mal wieder alle Zehne getroffen und Joschy zum Glühen gebracht, jetzt noch ein, zwei Nachschläge und er hat ihn soweit für seine Zwecke.

 

 

 

 

Wieder am Gardasee

 

Um 9.00 Uhr standen wir auf und ärgerten uns über die Mücken die uns gestochen hatte. Etwas später gingen Joschy, Moritz und Paul Brötchen kaufen. Als sie zurück kamen, frühstückten wir und gingen los nach Garda. Wir kamen an einem Hotelplatz an wo wir unbefugt durchgingen. Von dort aus gingen wir durch eine Feriensiedlung, wo fast nur deutsche Autos standen, weiter zum Gardasee. Am See kam gleich ein Uhrenverkäufer und wollte uns Uhren, Ketten und ähnliches verkaufen. Juli handelte für Jochen eine „Originale“ Rolex von 50 € auf 16 € runter. Kaum gekauft verkündete Jochen dass er die Uhr nicht mehr möchte. (Und jetzt liegt sie hier bei uns zu Hause und selbst bei ebay darf man sie nicht verkaufen! Also fall wer Interesse hat? Willi) Gleich darauf gingen Moritz, Jochen, Joschka, Juli und ich schwimmen. Dann spielten wir Karten, aßen etwas und gingen wieder schwimmen. Wir fanden ein Schlauchboot, welches wir gleich besetzten. Als wir keinen Bock mehr auf Schwimmen hatten, gingen Juli, Jochen und ich einkaufen. Dann kochten wir Nudeln und Würstchen. Kurz vorm Essen kamen zwei Parkaufseher und wollten uns vertreiben. Wir konnten sie jedoch überreden das wir noch essen durften und dann nach dem Essen gehen. Nach dem Essen war es dunkel und kühl genug dass wir los wandern konnten. Nach etwa zwei Stunden Wandern legten wir uns auf eine Wiese, und da wir zu faul waren und das Wetter eigentlich nicht nach Regen aussah, bauten wir keine Kohte auf.

Chrische

 

Bella Italia

 

Das Biwaken tat uns wieder mal nicht gut, denn um ca. 6.00 Uhr fing es an zu regnen und wir wurden alle ziemlich nass. Nach einer Weile beschlossen Joschy, Juli, Luky und ich nach einem Unterstand zu suchen. Nach einer Weile fanden wir schließlich auch einen alten Kiosk mit einem etwas größerem Überdach, wo wir auch alle schnell hingingen. Obwohl die Überdachung neben einem Massenfriedhof aus dem 2. Weltkrieg lag, sahen wir keine Geister und konnten in Ruhe unsere Sachen trocknen. Kurze Zeit später kam der Friedhofsaufseher, der ziemlich gut Deutsch konnte und fragte uns was wir hier machten. Als wir ihm unsere Geschichte erzählt hatten, sagte er uns das er den Besitzer des Kiosk kenne und dass der sicher nichts dagegen hat, wenn wir hier unsere Sachen trocknen und übernachten. Falls er doch kommen sollte, sagte er, sollen wir sagen dass wir mit dem Friedhofaufseher gesprochen haben und der uns das erlaubt hätte. Nun konnten wir uns in Ruhe ausbreiten ohne große Angst vor Polizei oder anderen Ruhestörungen zu haben.

Den ganzen Tag gammelten wir rum, lasen, spielten Karten, schlugen uns oder gingen zum Supermarkt um irgendetwas zum Knabbern zu holen. Jochen wagte sich an die Butterwette, die er ein paar Tage vorher mit Juli abgeschlossen hatte, ran. Die Butterwette beinhaltete: das Jochen innerhalb von 10 Minuten ½ kg Butter isst. Wie Juli gewettet hatte, schaffte es Jochen nicht die Wette einzuhalten, und es ging ihm angeblich noch nicht einmal schlecht, nen bisschen blass sah er aber schon aus ! Am Abend machten wir noch ein großes Abschlussessen mit leckeren Baguettes, Salat, Tunfisch, Soßen, und einem Chai den uns Jochen zauberte. Dann machten wir noch eine lange Abendrunde mit singen, quatschen und schliefen danach in unseren noch halbnassen Schlafsäcken ein.

Chrische

 

Die schöne Stadt Verona

 

Am Morgen standen wir schon um 6 Uhr auf da wir heute nach Verona fuhren, und unser Bus schon zwischen 8 und 9 Uhr fahren sollte. So ganz genau wussten wir das nicht, da wir den Busfahrplan nicht richtig lesen konnten und als wir dann an der Bushaltestelle standen sagte uns ein Italiener dass der Bus gar nicht von hier fährt sondern etwa ein Kilometer weiter. Wir hatten ja keine Wal und so wanderten wir noch den Kilometer weiter und fuhren nach Verona. In Verona angekommen brachten wir unser Gepäck zur Gepäcklagerung am Bahnhof und gingen die Stadt besichtigen. Zuerst gingen wir zusammen das Amphitheater von außen besichtigen, der Eintritt war uns nämlich zu teuer. Dann besichtigten wir noch das Schloss und die alte Stadtmauer und durch Zufall kamen wir zum Balkon der Julia, aus dem Theaterstück Romeo und Julia von Shakespeare, wo es von Touristen nur so wimmelte. Deshalb blieben wir nicht lange sondern schlenderten noch ein wenig durch die Gassen von Verona und gingen am späten Nachmittag wieder zum Bahnhof zurück. Auf dem Weg kauften wir noch für die Zugfahrt und den Abend Essen ein.

Die letzten Stunden verbrachten wir neben einer Kirche am Bahnhof, was nicht ganz so romantisch war weil überall besoffene Leute rumliefen und es tierisch nach Pisse roch. Dann kochte Juli noch Spagettis, anschließend packten wir unsere Sachen zusammen und gingen zum Zug und fuhren mit Blasen an den Füßen froh nach Hause.

Um 15.46 Uhr trafen wir dann pünktlich in Göttingen ein.

Moritz und Jonas