Die Sommerfahrt der Gruppe Merowinger nach Nordschweden

Endlich war es soweit. Der letzte Schultag war vorbei und wir trafen uns am Bahnhof, wo das restliche, heißbegehrte Gruppengepäck verteilt wurde, so dass auch jeder Rucksack die 20kg Marke knackte. Wir, das heißt Moritz, Lyonel, Gökhan, Lennart, Paul, Felix und Matzu, waren gut drauf. Jo! Nach einer strapaziösen, staubigen und abwechslungsreichen Bahnfahrt, die trotz diverser Defekte lustig, erreichten wir nach schlappen 28 Stunden unseren Startort Gäddede, wo wir uns einen nahe gelegenen Lagerplatz suchten. Dies war zugleich die erste Bewährungsprobe für unsere Mückenabwehrstoffe. Leider ging die erste Runde mit 127 Mückenstichen klar an die Gastgeber.

Nach einer sumpfigen Nacht weckte uns die strahlende Sonne. Nach lecker Frühstück ging es einen Berg hoch in Richtung Tagesziel, einer Hütte auf einem ganz schön hohen Berg.

Anfangs kamen wir gut voran und hatten daher viel Zeit mit unserem Harry, dem Hackisack zu spielen. Nach der Mittagspause, in der es Pumpernickel geben sollte, fing es an zu regnen, was zwar die Stimmung nicht verschlechterte, aber die Wanderwege noch matschiger machte. So einige Male sanken wir bis zu dem Knie in den morastigen Boden und fluchten um die Wette. Nach einem langen Anstieg erreichten wir die kleine Hütte, in der wir dem schlechten Wetter und den Mücken trotzen konnten. Nach einer angenehm trockenen Nacht ging es am nächsten Morgen wieder los. Wir mussten dabei reißende Flüsse und tiefe Sümpfe passieren, so dass wir so dreckig wurden, dass wir ein kühles Bad in einem auf dem Wege liegendem See nahmen. Obwohl die Mücken sehr störten, ließen wir uns unser Hackisacken nicht vermiesen und bauten an den Ecken der Hackisackplätze Rauchfeuer auf, die den Mücken Paroli boten. Der nächste Tag war des anfangs noch guten Wetters ein großer Flop. Es begann mit Wegen, wo wir gerade mal einen halben Meter einsackten, fiesen Mücken, denen selbst die beste Rauchgurke nichts anhaben konnte und sehr, sehr, sehr viel und noch ein kleines bißchen mehr Regen. Die Ponchos mussten deshalb aktiviert werden. Da unsere Schutzhütte blockiert war, mussten wir eine Scheune occupieren. Da alle sehr nass waren, schoben wir am nächsten Tag einen spontanen Lagertag ein. Wir genossen die Wärme in der nun freien Hütte. Da das Essen durch den Lagertag knapp geworden war, entschlossen wir uns auf der Strasse zum nächsten Ort zu wandern. So schliefen wir nach zarten 27 Kilometern an einer romantischen, viel befahrenen Strasse. Da das Wetter immer noch nicht besser wurde, trampten in den malerischen Ort Stora Blosjön, wo wir einkauften. Wir beluden unsere Rucksacke mit neuen Lebensmitteln und beschlossen in Richtung der Berge zu wandern und hofften insgeheim auf bessere Wanderwege. Nach zwei Tagen erreichten wir die erste Schutzhütte, in der wieder einmal mehr Trocknen angesagt war und auch mal entspannen. Wir backten Donuts alla Klumpliklumpen, eine schwedische Spezialität und sangen schöne Lieder. Darauf erklommen wir einen hohen Gipfel, von dem wir eine tolle Aussicht hatten. Wir erkundeten die Gegend und fanden viele nützliche Dinge. Die nächsten zwei Tage schoben wir ne ruhige Kugel. Nebenbei backten wir Brot und bauten Staudämme. Am dritten Tag machten wir einen Ausflug zu einer zwölf Kilometer entfernten Grotte. Dort angekommen aßen wir Brot und untersuchten darauf die Grotte. Wieder zurück bei unserer Hütte zelebrierten wir eine Abendrunde bis vier Uhr nachts. Am nächsten Tag ging es zurück nach Gäddede in einem Sammeltaxi. Dort verbrachten wir eine anstrengende Nacht mit unseren treuen Mücken. Am folgenden Morgen fuhren wir um zehn vor fünf mit dem Bus nach Östersund, wo wir einen schönen Tag verbrachten, ehe es dann mit dem Zug zu unserer Abschlussstadt Stockholm ging. Wir fanden den nächstgelegenen, zentralen Campingplatz, von dem aus wir die Stadt besichtigten. Das erste was wir unbedingt machen mussten, war eine Tretbootfahrt. Danach gingen wir gepflegt Kaffee trinken. Nach 52 Tassen entleerten wir uns auf einem Urinuar. Des weiteren besuchten wir das Wasa-museuem, das Kulturhaus und einige die Altstadt. Andere besuchten die schicken Läden mit der rot-gelben Aufschrift. Abends backten wir Pizza. HMM, das schmeckt, aber wir machten alles wieder sauber. Am letzten Tag kauften wir noch Verpflegung für die anstehende Zugfahrt und packten ein. Kurz vor der Abfahrt genossen wir Stockholm noch einmal in vollen Zügen. Nach einer tollen Zugfahrt mit kurzen Unterbrechungen kamen wir mit neun Minuten Verspätungen entspannt in Göttingen an. Ende.

 

 

Sumpf pur!

 

Unsere diesjährige Sommerfahrt ging nach Schweden. Obwohl man vom Sommer kaum reden kann, hatte die Fahrt an einigen Tagen Spaß gemacht, an anderen aber überhaupt nicht. Ein Beispiel:

Wir hatten unser Nachtlager verlassen und wollten bis zur nächsten Schutzhütte durch die Tundra watscheln. Der Boden ist allein schon ein Grund, warum man nicht in Schweden wandern sollte; man sackt ungefähr einen Fuß tief in dieser morastigen Gegend ein. Aber wenn man noch die Wegmarkierungen, es gab keine markierten Wanderwege, sondern nur Stangen mit roten Kreuzen dran, hinzunimmt, ist es eigentlich eine „Pflicht“ nicht oder kaum voranzukommen. Wir stapften also mutig dem vor uns liegenden Berg entgegen. In den Pausen spielten wir mit Harry, unserem Hackisack. Wir vermeinten die Hütte auf dem Berg zu sehen, wie sich aber nach kurzer Zeit herausstellte war es doch nur ein großer Felsbrocken. Auf der Karte war eine Hütte eingezeichnet, in der wir übernachten wollten. Wir fanden diese, aber uns war es zu dreckig und versüfft. Also beschlossen wir weiter zu ziehen zu einer Hütte bei einem Bauernhof. Wir kamen bei diesen Hütten an und sahen, dass in der, wo wir drin übernachten wollten, Rauch aus dem Schornstein stieg. Ach ja, habe ich schon erwähnt, dass es die ganze Zeit regnete?! Während Matzu sich mit den Fischern, die sich in UNSERER Hütte eingenistet hatten, sprach, erkundeten wir die Gegend und fanden eine Ferienhütte, leider verschlossen. Wir gingen also ein Stückchen rauf zum Bauernhof, wo wir fragen wollten, ob wir in der Scheune übernachten dürften. Es war leider (?) niemand da. So beschlossen wir also alle Gebäude zu begutachten. Es waren eine Scheune, in der nur Schneemobile standen und drei kleine Hütten. Eine von diesen war perfekt: Sie war mit Stroh ausgelegt und einigermaßen dicht. Wir verbrachten dort erst einmal eine mehr oder weniger gemütliche Nacht. Die Fischer zogen am nächsten Tag aus und wir stürmten hinein in die Wärme. Nachdem wir unsere Sachen getrocknet und eine weitere Nacht hier verbrachten, liefen wir, diesmal auf einem besseren Weg, weiter.

 

Moritz Roth

 

All You Can Drink!!!

Wir, das heißt Matzu, Moritz, Felix, Lennart, Paul, Gökhan und ich, hatten uns heute vorgenommen eine Tretbootfahrt zu machen; also aßen wir lecker Crunchimüsli und machten uns dann zu Fuß von dem einzigen in Stockholm liegenden Campingplatz, wo wir unsere Kothe aufgeschlagen hatten, auf. Dort angekommen mieteten wir uns zwei Tretboote, womit wir auch gleich losfuhren und die schöne Aussicht genossen. Wieder an Land hatten wir alle vom Treten schrecklich durst. Die Cafés entlang des Ufers sahen sehr einladend aus. Also gingen wir zu einem im Wasser liegenden Cafe. Matzu erzählte uns, dass er hier vor Jahren mit seiner Gruppe einen „All You Can Drink“ gemacht hätte. Nachdem er uns erklärt hatte, was das war, fragten wir an der Theke nach, ob es so etwas immer noch gäbe und wenn ja, wie teuer es sei; als man uns dies bejahte und einen nicht allzu hohen Preis nannte, entschlossen wir uns dort zu bleiben. Als alle sechs, sieben oder acht Tassen getrunken hatten und die Leute uns schon ganz komisch anguckten, gingen wir. Zum Glück gab es gleich nebenan ein kostenloses Urinuar, wo wir uns „entlehren“ konnten. Am nächsten Tag besichtigten wir das Vasa-Museum. Weil es uns so gut bei dem Cafe so gut gefallen hatte, beschlossen wir anschließend noch einmal hinzugehen. Als wir wieder alle sechs oder sieben Tassen getrunken hatten, redeten uns einige Kassiererinnen nicht gerade freundlich auf Englisch an. Da alle nicht so begabt waren, mussten wir Matzu holen, der an unserem Tisch saß und sich immer von uns bedienen ließ und nun übersetzte, dass man uns eine falsche Auskunft erteilt hatte und eigentlich nur einmal nachfüllen dürfe. (War sicherlich aber auch so in Ordnung! Insgesamt haben wir über 100 Tassen Kaffe, Tee und Kakao platt gemacht und dafür 220 Kronen, was 40 DM entspricht, bezahlt.)

 

Lyonel