Sturm auf das Eislädchen

Schnell das Taschengeld verteilt um dann das Lädchen von Sulitjelma zu stürmen: dachten sich einige. Tobi hatte uns schon vorgeschwärmt er weiß genau, daß er sich eine leckere große Eispackung mit jemanden teilen wolle. So wurden Grüppchen gebildet, die zusammen Eis kaufen gingen. Eis?! Ja das ist eine gute Idee! Wir kramten unsere Löffel heraus, steckten sie in sie Tasche und begaben uns auf die Jagd nach dem Eis. Die fünf Treppenstufen hinauf, die Tür geöffnet, an den Spielautomaten vorbei, durch die Drehschranke, eine starke Linkskurve um das Regal mit dem Katzenfutter herum und dort stand sie, die große Tiefkühltruhe. Jetzt war die Zeit gekommen eine Entscheidung zu treffen. Welche Sorte nehmen wir bloß? Vanille, Straciatella oder ein gemischtes Eis? Nach einer langen und gründlichen Diskussion fiel die Entscheidung, welches Eis es nun sein sollte. Nun nahmen mein Bruder und ich die schon lang ersehnte Straciatellabox aus der Kühltruhe. Schnell zur Kasse damit es nicht schmilzt! Oh nein einige waren uns zuvorgekommen und standen schon an. Aber das war kein Problem, denn die Kassiererin war mit ihrer Fingersuch-technik super schnell und wir konnten fünf Minuten später endlich die Eisbox in die Hand nehmen. Wieder an den Spielautomaten vorbei, die Tür schnell geöffnet und zu unseren Rucksäcken zurück. Es war der große Moment gekommen wir zückten unsere Löffel aus den Hemdtaschen und öffneten vorsichtig die 2-Liter Eispackung. Zu unserem Erstaunen war das Eis nicht wie erwartet cremig, sondern knochenhart und es entsprach geschmacklich überhaupt nicht unseren Vorstellungen. Egal! Wir legten los und schaufelten die Masse in uns hinein. Ich bemerkte sehr schnell, je mehr Eis ich aß, desto kälter wurde mir.

Nach einiger Zeit wurde uns leicht übel, was wir aber ignorierten. Nachdem wir 2/3 verspeist hatten war uns so kotzübel, dass wir uns in dem Moment schworen nie wieder Eis zu essen. Alle waren bis zum Rand abgefüllt, keiner wollte das Eis aufessen. Wir setzten uns zu unseren Rucksäcken, hielten uns die Bäuche und klapperten vor Kälte mit den Zähnen.

 

Die Moral: Kälte von außen und Kälte von innen, das ist leider auch für uns schlimm.

 

Yves