Der Jochen im See

Es war ein Tag wie jeder andere auch, so schien es zumindest. Wir hatten die Nacht an einem sehr schönen See verbracht und hatten dann morgens in aller Ruhe unser Lager aufgebaut und uns auf den Weg gemacht. Dieser führte uns auf eine sehr unwegsame Geröllklippe entlang eines riesigen Sees. Als wir bemerkten, dass die Steine zu dem auch noch rutschig waren entschlossen sich einige aus unserer Gruppe ihr Glück weiter oben zu suchen, was sich im nachhinein auch als das Klügere entpuppte. So blieb also nur der harte Kern übrig, der der festen Überzeugung war, dass es zu schaffen wäre und man sich immer weiter an dem immer steiler werdenden Ufer vor arbeiten solle. Doch es wurde immer rutschiger und steiler und so versuchte ich mich gerade nach oben in die Büsche zu schlagen um den anderen zu folgen, die wohl den richtigen Weg gefunden hatten, als ich es hörte.

Hinter mir ertönte ein dumpfer Aufschlag, dann ein lautes Platsch! Schließlich folgte das immer wieder schöne und auch so beliebte SCHEIIIIISSEEE!

Jochen war also in den See gefallen, komplett mit Rucksack natürlich. Da es auch die steilste Stelle war schaffte Jochen es nicht aus dem See zukommen und hatte schon alle Hände damit zu tun sich selbst an der Klippe fest zuhalten, denn der Rucksack saugte sich mit Wasser voll und wurde immer schwerer. Ich hatte mich mittlerweile meines Rucksacks entledigt und versuchte mich zu Jochen vorzuarbeiten, doch da es so steil und rutschig war kam ich nicht an ihn ran. Da rief mir einer von den anderen zu: „Versuchs doch mal mit dem Kohtenstab!“. Und das tat ich dann auch. An dem Stab konnte Jochen dann etwas höher klettern und ich schaffte es wenigstens seinen Rucksack zu fassen zu bekommen und zog ihn nach oben. Ohne vom Rucksack behindert zu werden schaffte Jochen es dann mit meiner Hilfe wieder an Land zu kommen.

Und so verließen wir dann zügig das Seeufer, damit Jochen wieder warm wurde, schnell trafen wir wieder auf die anderen, die sich schon wunderten wo wir blieben. Dort konnte sich Jochen dann erstmals umziehen (ein paar Sachen waren wohl trocken geblieben) und sich von seinem Abenteuer erholen. Allerdings dauerte es dann noch ein Paar Tage bis seine Sachen wieder getrocknet waren. Doch er war gesund und das ist doch das Wichtigste aber dazu ist noch zu sagen, dass die Luft an dem Tag eine Temperatur von max. 10°C hatte und das Wasser war dementsprechend kalt.

 

Chrico