Der Sturm

Der Tag geht langsam dem Ende zu,

und alles legt sich zur Ruh,

nur eine Gruppe von Pfadfindern sitzt in der schier endlosen Ferne des Norden,

und tut es gleich den dichtgedrängten Reentierhorden,

ein leichter Wind weht ihnen durch`s Haar,

aber der Himmel über ihnen ist noch klar,

die Kohte steht fest schon lange,

aber das noch kein Poncho auf dem Dach ist macht ihnen bange,

denn von Norden her ziehen dicke Wolken heran

und von Sturm verstärkt bahnt sich ein Unwetter an,

die Pfadfinder laufen hastig zur Kohte

und das Szenario wirkt wie bei der Verkündung der Zehn Gebote,

schnell wird ein Poncho mit Schnüren versehrt

und die Heringe werden mit Steinen beschwert,

sie versuchen zulegen den Poncho auf``s Dache,

doch das ist eine nicht zu schaffende Sache,

die Natur läßt ihre Kräfte spielen,

so das Angst werden kann vielen,

mit einem kräftigen Windesruck,

geht die erste Schnur am Poncho kaputt,

der Poncho wird zum Drachen

und will sich davon`e machen,

kaum zu halten ist er nun,

so das sich keiner kann ausruhen,

den Regen sieht man in der Ferne kommen

und dahin starren alle wie benommen,

aber noch immer nicht ist der Kampf mit dem Winde ausgetragen,

denn auch nicht alle zusammen können die Kraft des Windes überragen,

doch für einen kurzen Moment flaut der Wind ab

und sie ziehen den Poncho herab,

dieser Kampf ist nun überwunden,

doch die Hände sind zerschunden,

die Pfadfinder gehen in die Kohte schnell

und spielen nicht mehr den tapferen Rebell,

aber sie haben Glück das Unwetter zieht vorbei,

doch umsonst war die ganze Schinderei,

nach einiger Zeit bietet sich ihnen ein schönes Schauspiel,

denn an Farbenpracht bietet die Natur viel:

der See strahlt blau,

die Gipfel in der Ferne grau,

die Schäfchenwolken in einem rosa Ton

und die Sonne verschwindet auch schon,

so legen sich alle kaputt zur Ruh

und auch dieser Tag geht dem Ende zu.

 

Marcel