... denn irgendwo muß voller Pracht die blaue Blume blühen

Ja toll, aber muß sie selbst auch unbedingt singen?

Man stelle sich das einmal vor: Das etwas kitschige Fahrtenlied „Wenn hell die goldne Sonne lacht “ beschreibt die unstillbare Sehnsucht eines Menschen auf der Suche nach der blauen Blume, was man auch immer damit assoziieren mag (vielleicht Freiheit, Erlösung, Erfüllung? ) und selbst die Liebe kann ihn nicht von seiner Suche abhalten. Nun denkt man sich als Lapplandfahrer, jawohl, das mit der Sehnsucht und so ist genau mein Ding. Wir fahren mit einem Bus, der mit ähnlich motivierten Menschen halb leer ist, durch die weite Tundra.

Die Orte an denen wir halten bestehen meist nur aus einer Handvoll Häusern. Menschen und sind ohnehin selten zu sehen. Verträumt blickt man durch das Busfenster, so fern von der Zivilisation und von der Reizüberflutung in Deutschland. Und plötzlich wird man aus seinem Fernweh herausgerissen, weil aus dem Busradio eine uns bekannte Stimme plärrt: Blümchen!! Der „singende“ Inbegriff deutscher Geschmacks Verwirrungen! `Ne blaue Blume suchen ist ja O.K., aber nicht das finden des kreischenden Blümchens.

Verflucht soll das Radio sein!

 

Martin