Eisschicht auf den Schlafsäcken
Simon bei der Arbeit!
Sonnenuntergang vor Porto
am höchsten Punkt der Fahrt; Beschluss der Umkehr
Aufstieg zum Cinto-Gipfel
...aber die Hütte war echt cool...
ohne Brücke!
mit Brücke!
Wegberatung
Baguettes

Hier ein kleiner Auszug aus unserem Fahrtentagebuch

4. Wandertag 27.03.2002

Auf zum Monte Cinto!

Als die Rucksäcke gepackt waren und wir die Hütte wieder hergerichtet hatten, machten wir uns ohne Gepäck auf den langen Aufstieg zum Cinto. Zuerst war der Weg noch recht unbeschwerlich, so dass wir schnell vorankamen. Je höher wir kamen um so beschwerlicher wurde der Weg. Er führte uns über große Schneefelder, die die Sonne noch nicht zum Schmelzen gebracht hatte, und das Vorankommen erschwerten. Es wurde immer steiler, so dass wir zum Teil richtig klettern mussten.

Nachdem wir mal wieder ein großes Schneefeld überquert hatten und eine Schokoladenpause machten, wollte Marten nicht mehr weitergehen, da ihn der Blick nach unten so schockierte. Also beschlossen wir, dass einer mit Marten zurück zur Hütte gehen solle und die anderen weiter zum Monte Cinto gehen bzw. klettern sollten. Als es jedoch nun auch noch anfing zu stürmen und schneien hielten wir es doch für ratsamer das alle zurück zur Hütte gingen und wir den restlichen Tag in der Hütte verbrachten.

Gesagt getan! Also gingen wir zurück und machten uns erst einmal, nach einem beschwerlichen, aber auch spaßigen Abstieg mit Schneefeld-Surfen, ein leckeres Mittagessen. Den restlichen Tag verbrachten wir am warmen Feuer mit Singen, Lesen und Essen, während draußen der Schnee weiter fiel...

...aber die Hütte war echt cool, zum Glück müssen wir da draußen nicht rumstrazzen... und der Kaffee war echt gut.

Juli

Gegen acht Uhr standen wir auf und begannen nach dem Frühstück mit dem Aufräumen des Hauses. Zum Schluss kontrollierten wir ob alle Gashähne usw. zugedreht waren und bezahlten einen angemessenen Beitrag in die Hüttenkasse.

Der Aufstieg war anfangs recht anstrengend, denn der Tag Pause machte sich bemerkbar. Auf 2100 Metern befand sich ein schmaler Grad, der zur anderen Seite steil abfiel. Der Weg führte jedoch leider eben diesen Abhang hinab. Unglücklicherweise war es auch noch ein Nordhang, so dass der Schnee stark vereist war. Es gab auch keine geeigneten Felsen zum Abstieg, so dass wir entschieden umzukehren. Der Versuch eines Abstieges an dieser Stelle hätte sehr leicht tödlich enden können, da auf die vereisten Schneefelder Felsen folgten, auf die man unweigerlich gestoßen wäre, wenn man ins Rutschen gekommen wäre.

Wir entschlossen uns dazu ein großes Stück des Wanderweges zurück zu laufen und über Calasima nach Evisa zu wandern, wo wir einkaufen wollten.

Unterhalb von Calasima bauten wir an einer Art Grillplatz die Kohte auf.

Moritz

Heute gönnten wir uns einen längeren Schlaf und standen erst um 9:30 auf. Nachdem wir unsrer Müsli gegessen hatten, überquerten wir den Fluss und begannen den Aufstieg querfeldein durch den Wald. Nach kurzer Zeit trafen wir auf den Weg, dem wir bis zum Kamm folgten. Von dort aus ging der andere Wanderweg Richtung Evisa ab. Nachdem wir diesem einige Kilometer gefolgt waren, mussten wir plötzlich feststellen, dass wir gar nicht mehr auf dem Weg waren bzw. dass es den Weg nicht mehr gab. Also mussten wir ein zweites Mal querfeldein gehen bis wir auf eine Art Feldweg gelangten, der etwa in die Richtung ging, in die wir mussten. Nach einer Weile konnten wir uns wieder orientieren und da der Weg gar nicht so falsch war, folgten wir ihm weiter. Dies war auch gar nicht so schlecht, da unsere Knie bei den langen Abstiegen der letzten Tage sehr gelitten hatten und ein solcher Weg wesentlich angenehmer zu gehen war.

Wir folgten dem Weg bis er zu einer Straße führte, der wir weiter bis zu einer Militärstation folgten, wo wir in Eiseskälte unser Mittagessen verzehrten. Nach dem Mittagessen begannen wir den letzten Aufstieg zum Pass. Auf dem Pass trafen wir Münchner, wo wir uns Zucker schnorrten für den Milchreis den wir eigentlich machen wollten...

Ab nun ging es nur noch bergab. Trotz unsere Kniebeschwerden gingen wir den Wanderweg wieder weiter bis zu unserem heutigen Schlafplatz. Dort bauten wir die Kohte auf und kochten uns gemütlich Nudel und eine Zwiebelsuppe, die am folgenden Tag noch gefährliche Nachwirkungen haben sollte...

Da wir die Kohte unterhalb eines Baumes aufgebaut hatten der nur noch halb in der Erde verwurzelt war, schliefen wir mit der Sorge ein, dass uns der Bau eventuell in der Nacht auf die Köpfe fallen könnte...

Joschi

Unsere Befürchtung, dass uns der Baum auf den Kopf fällt hatte sich nicht bewahrheitet. Die Zwiebelsuppe vom Vorabend hatte bei einigen ganz gut reingehauen, in der Kohte stank es „übelst nach Leberwurst“ (Zitat Simon).

Nach einen für meine Knie recht anspruchsvollen Abstieg, gelangten wir nach Evisa. Jochen studierte eifrig die Schilder am Wegesrand.

In Evisa galt es die Vorräte aufzustocken und eine Art „Ersatzbefriedigung“ in Form von Zucker für das schwüle und bedrückende Wetter zu bekommen. Das Problem, das sich bald abzeichnete war, dass es nur einen Laden gab. Dieser Laden hatte nur leider geschlossen und öffnete erst um vier. So blieb uns nun den kaum eine andere Möglichkeit als die Stunden bis zum verheißungssvollen Glockenschlag zu warten. In dieser Zeit nahm die Moral der Gruppe erheblich ab. Es kam zu Müdigkeit, Schläfrigkeit, Verworrenheit, Gang- und Bewegungsstörungen (Atraxien) und in einigen Fällen auch zu apatischen Zuständen, bei denen ein gehäkelter Ball unentwegt durch die Luft flog.

Als der Laden dann schließlich geöffnet hatte, wurde er erst mal gestürmt. Auf den Konsumrausch folgte dann der Zuckerrausch.

Wegen meines Knies beschlossen wir ein Stück aus Evisa raus zu laufen, zu pennen und am nächsten Morgen wäre ich dann nach Porto getrampt und die anderen wären gelaufen. Doch dieser Plan wurde nie verwirklicht, denn wir liefen am selben Tag soweit, dass es sich nicht mehr lohnte zur Straße zurück zu laufen und außerdem war die Gegend ganz nett.

Marten