Die Numenorer an/in der Ostsee
Am Danziger Hafen

Sommerfahrtenbericht der Sippe Numenorer

Die Sippe Numenorer hatte beschlossen im Jahr 2000 nach Polen zu fahren um dort ihre Sommerfahrt zu verbringen. Und so trafen sich BrausePaul, Lennart, Felix, Nicolai, Maja und Chriko wiedereinmal am Göttinger Bahnhof. Es war der 13.07.2000 und wir starteten, nach der üblichen Eltern Tschüss sage Zeremonie in Richtung Osten. Die Hinfahrt verlief abgesehen von ein paar unvorhersehbaren Pausen auch relativ problemlos und so kamen wir fröhlich aber von der langen Fahrt etwas genervt spät abends in der kleinen Stadt Chojnice an. Dort begann dann, nach einem kleinen Eis, unsere erste Etappe durch den Nationalpark Bory Tucholskie. Wir genossen die herrliche Landschaft die sich uns dort bot und wir gingen, da das Wetter sehr angenehm war, Schwimmen in einem der vielen Seen der Region an denen es nachts oft sehr neblich wurde. Schnell lernten wir uns mit Händen und Füssen zu verständigen, da in dieser sehr dünnbesiedelten Gegend niemand Deutsch, geschweige denn Englisch sprach. Die Abende verbrachten wir meistens mit Logbuch schreiben, Karten spielen und vor dem Einschlafen las Chriko immer noch etwas vor, wobei nur die wenigsten je eine Geschichte bis zu Ende gehört hat. Daher musste Chriko dann auch immer am nächsten Tag den Rest der Geschichte noch zwei bis dreimal nacherzählen. Morgens hieß es dann immer: Sachen packen! Koschis waschen! Frühstücken! Und für kleine Pfadis gehen.

Als wir dann Konarzyny das Ziel unserer ersten Etappe erreicht hatten, und uns der einzig ebene Lagerplatz, ein alter Militär-Flugplatz, nicht besonders zusagte, beschlossen wir mit dem Bus nach Chojnice zurück zu fahren, von wo aus wir am nächsten Tag nach Ustka an der Ostseeküste fahren wollten. Zurück in Chojnice lernten wir dann noch ein paar polnische Pfadfinder kennen die uns auch prompt auf ihr Lager einladen wollten. Doch die Tatsache das sich ihr kleines Lager bestehend aus ca. 300 Pfadfindern 50 km von Chojnice entfernt befand und der etwas paramilitärische Stil der polnischen Pfadfinder uns eh nicht ganz geheuer war, lehnten wir dankend ab und suchten uns einen Lagerplatz. An diesem Tag ging dann auch wie schon im letzten Jahr in Österreich, Chrikos Kamera kaputt. Am nächsten Tag ging es dann mit dem Zug, weiter nach Ustka. Von da an wurde alles etwas komplizierter. Wir verloren den Kothenstab im Zug, es fing an zu regnen und so beschlossen wir erst mal dort zu bleiben und etwas Küstenluft zu schnuppern. Chriko und Paul versuchten verzweifelt einen geeigneten Kothenstab Ersatz aufzutreiben, wir machten Spaziergänge am Strand, wuschen unsere Sachen, tobten uns aus und erholten uns von den Strapazen und wenn die Sippe schlief war es oft so still das man das Gras wachsen hörte. Da wir endlich mal wieder die Möglichkeit zum einkaufen hatten, konnten wir abends immer reichlich und lecker kochen. Da der gefundene Ersatz für den Kothenstab zwar gut passte sonst aber für eine Wanderung viel zu schwer war, stellte sich die Frage: Wie in einer Waldlosen Gegend bei schlechtem Wetter ohne Kothenstab eine Kothe aufbauen? Also fuhren wir, wieder mal mit den sehr abenteuerlichen polnischen Zügen, direkt zum Ziel der zweiten Etappe nämlich nach Leba. Dort machten wir wieder ausgedehnte Ausflüge an der Küste entlang. Und übte uns im balancieren. Das weiterhin schlechte Wetter quälte uns aufgrund des nicht Vorhandenseins einer Möglichkeit die Mittlerweile völlig durchnässten Sachen zu trocknen. Daher brachen wir dann unseren Aufenthalt am Slowinski Nationalpark nach zwei Tagen ab und fuhren in unsere Abschlussstadt Danzig. Dort besichtigten wir eigentlich alle Sehenswürdigkeiten der wunderschönen Altstadt, und ließen diese Historische Stadt etwas auf uns wirken. Der Plan noch über die Halbinsel Hel zu wandern wurde dann auch noch zunichte gemacht, da sich Felix am Lagerplatz beim Spielen auf eine Glasscherbe fiel und uns so ein netter Krankenhaus Aufenthalt bei Nacht beschert wurde da Felix am Bein genäht werden musste und der Arzt uns sagte das er auf jeden Fall erst einmal nicht Wandern dürfe. Regnen tat es übrigens auch hier die ganze Zeit über. Und so fuhren wir, gezwungen durch die beschriebenen Umstände und weil mittlerweile durch die ungeplanten Fahrten und Aufenthalte und die dadurch höheren Kosten die Fahrtenkasse sich dem Ende neigte, schon zwei Tage früher als geplant nach Hause zurück. Doch auch die Rückfahrt hatte noch eine Überraschung parat, den der Schaffner im ersten Zug meinte unsere Tickets währen für diesen Zug nicht gültig da er eine andere Route fuhr als auf dem Ticket angegeben. Paul und Chriko kamen ganz schön ins Schwitzen den der Schaffner sprach nur polnisch und die Tickets waren die, die uns vom Reisebüro zu dieser Verbindung ausgestellt worden waren. Nach einigen Hin und her entschloss sich der Schaffner dann uns gegen ein kleines Entgelt in die eigene Tasche, bis zu unserem Umsteige Bahnhof mitfahren zu lassen. Dort mussten wir dann allerdings noch mal für 100 DM neue Tickets kaufen. Der Zug verspätete sich dann auch noch so das wir den Anschluss Zug nicht mehr erreichten und noch einige Stunden am Bahnhof von Stettin sitzen mussten. Aber schließlich kamen wir dann doch noch gut gelaunt aber völlig erschöpft in Göttingen an. Auf das es nächstes Jahr etwas problemloser verläuft. Aber uns kann jetzt auch nichts mehr schocken.

Chriko